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Die Welt der Düfte

- oder wie wichtig Gerüche für unsere Vierbeiner sind


Den frischen Duft nach morgendlichem Kaffee, den blumigen Duft eines Blumenstraußes oder das betörende Parfum des Lebenspartners mögen wir Menschen und riechen ihn gerne.

Üble Gerüche „stinken uns“, wir halten uns die Nase zu, können ihn nicht ertragen und vermeiden sie, wann immer es geht.

Unsere Haustiere sind da nicht anders, nur mit dem Unterschied, dass Düfte von ihnen viel intensiver wahrgenommen werden und sie oftmals andere Vorlieben für Gerüche haben als wir Menschen.

Zwar werden eine Katze oder ein Hund ebenfalls wie Herrchen oder Frauchen den Duft eines frisch gebratenen Hähnchens lieben, aber bei Parfum und Eau de Toilette scheiden sich die Geschmäcker.

Unsere bepelzten und gefiederten Freunde mögen deutlich lieben den puren Eigengeruch ihrer Menschen, ohne ihn durch eine Wolke von Hugo Boss oder Nina Ricci erahnen zu müssen. Allerdings gewöhnen sich unsere Haustiere auch an den neuen Geruch von ihrem menschlichen Freund, wenn er dann nun mal so riecht.

 

Mit solchen "Riechorganen" lässt es sich gut schuppern (Quelle: links: Angelika Herda/pixelio.de, Mitte: wrw/pixelio.de, rechts: Bernd Boscolo.de)


In der Natur bei den wildlebenden Verwandten unserer Haustiere nehmen Gerüche wichtige Funktionen wahr. Hier spielen sie eine große Rolle hinsichtlich Information und Kommunikation, sehr viele Lebensprozesse werden durch Düfte und Gerüche gesteuert, angefangen von der Nahrungsaufnahme bis hin zur Arterhaltung. Und obwohl diese Eigenschaften bei unseren wohlbehüteten Heimtieren sicherlich rückläufig sind (es besteht ja nicht mehr die Notwendigkeit einen exzellenten Geruchssinn zu haben), so wird z. B. jeder Besitzer eines potenten Rüden oder Kater bestätigen können, dass sein Tier selbst über große Entfernungen ein „heißes“, paarungswilliges Weibchen wahrnehmen kann.

 

Ohne einen exzellenten Geruchssinn hätten die Vorfahren unserer Hunde nicht überleben können (Quelle: Tina/pixelio.de


Meister des Geruchssinnes unter unseren Haustieren sind sicherlich unsere Hunde. Sie können durch Gerüche sogar Erinnerungen assoziieren. Jeder kennt die Tatsache, dass Hunde am Schweißgeruch des Gegenübers erkennen können, ob dieser Jemand Angst hat (Angstschweiß).

Auch kann ein für den Hund positives Erlebnis (z. B. schweißtreibendes Herumtollen mit seiner Bezugsperson) ihn daran erinnern und Erwartungen wecken, auch wenn Herrchen momentan aus einem ganz anderen Grund transpiriert.

Die Vorliebe für den Geruch seines Menschen kann dabei auch zielgerecht bei der Erziehung oder Abgewöhnung von Unarten eingesetzt werden.

Kommt der Hund beispielsweise permanent und ungewollt ins Bett, so kann ein (ungewaschenes) Unterhemd oder benutztes Handtuch – in den Schlafkorb gelegt – helfen diese Unart abzugewöhnen.

Ein neues, bisher verschmähtes Spielzeug, kräftig zwischen den Händen gerubbelt und so mit Herrchens Duft versehen, wird auf einmal „ein Renner“ und zum Lieblingsspielzeug von Pongo oder Wauzi.

Auch kann der verhasste Maulkorb, versehen mit einem vertrauten Duft besser und schneller akzeptiert werden.

Ähnlich, nicht ganz so intensiv, reagieren Katzen auf den Geruch ihres Menschen. Aber auch hier hat der beschriebene Trick mit dem Hemd schon oftmals für eine entspannte Autofahrt oder stresslosere Wartezeit in der Tierheilpraxis gesorgt.

 

"Dieses Spielzeug richt so herrlich nach Herrchen, wehe es nimmt mir einer weg!" (Quelle: Nadine Wegner/pixelio.de)


Unsere Haustiere mögen aber neben ihrer Vorliebe zu „menschlichen Düften“ noch ganz andere Gerüche, die uns manchmal stinken.

Wenn wir mit der Vorliebe unseres Hundes für den Geruch frischen Heues, Holzes oder duftendes Leders (ist oftmals der Grund warum viele Schuhe von Hundebesitzern nicht ihrer natürlichen Bestimmung zugeführt werden (Schweiß + Leder eine nahezu magische Duftverbindung) noch klar kommen, so scheiden sich doch die Geschmäcker bei Gerüchen wie Ammoniak und Buttersäure (entstehen u. a. beim Zersetzungsprozess der Exkremente).

Auch bei dem Geruch von Analdrüsensekrete wird Waldi in Verzückung geraten, ganz im Gegensatz zu seinem Herrchen.

 

Gibt es was schöneres als sich im frischen Gras zu wälzen? Na klar - wozu gibt es Kuhfladen? (Quelle: LarsPaege/pixelio.de)


Auch Katzen haben spezielle Lieblingsdüfte, Katzenliebhaber bezeichnen ihre Samtpfoten oftmals als Junkies. Dann nämlich,wenn Miezi wieder einmal mit verträumten Augen, tief versunken in einer uns unbekannten Welt, über ihrer Spielmaus aus dem Zoogeschäft sitzt. Dieses spezielle Spielzeug enthält garantiert Katzenminze, Baldrian oder ggf.Lavendel, durch Bekauen und Belecken werden die Duftstoffe intensiver und bei unseren Katzen entstehen große Glücksgefühle.

 

Blumen und duftende Kräuter - da wird jede Katze schwach! (Quelle: links: Helmut Feil/pixelio.de, rechts: Herbert Raschke/pixelio.de


Auch hier können diese Vorlieben für "Erziehungsprozesse" genutzt werden. Kratzt die Katze nicht am Kratzbaum sondern an der Tapete oder Sofa, so können einige Tropfen Baldrian -aufgebracht auf den Kratzbaum wahre Wunder bewirken.

Wenige Tropfen Olivenöl oder Lebertran hat schon bei einigen "mäkeligen" Katzen dazu geführt, dass ab sofort das Futter bereitwillig angenommen wurde.

 

In der Welt der berauschenden Düfte tummeln sich aber auch unsere kleinen Nager und selbst unsere gefiederten Freunde, die bis auf wenige Ausnahmen, einen eher verkümmerten Geruchssinn haben, zeigen bei bestimmten Düften Wohlgefallen.

 

Während Meerschweinchen und Co sich am Duft frischer Gänseblümchen, Distel- und Kamillenblüten, Fichten- und Tannenzapfen und bestimmten Holzarten nicht satt riechen können, lieben Vögel den Geruch von frischem Flieder, oftmals Honig und den frisch-herben Geruch von Nadelhölzern.

Wer seinen gefiederten Freund liebt, bringt ihm regelmäßig einen frischen Zweig aus der Natur mit. Neben einem abwechslungsreichen Kletterspaß wir der "Duft"  ihrem Vogel Freude bereiten, und das Abknabbernder Rinde sorgt ebenfalls für Abwechslung im Käfigalltag.

 


              Wo bleibt Frauchen                            Auch unsere Nasen lieben schöne Düfte!

           mit meinen Ästen?                                          (Quelle: Ralf/pixelio.de) 

       (Quelle: Mima/pixelio.de)


Bei unseren Nagern tritt diese Faszination ein, wenn man ihnen frisch aus der Erde herausgezogene Löwenzahnwurzeln anbietet, auch der Geruch von feuchtem Baumholz begeistert sie.

Die höchste Begeisterung erfahren unsere kleinen Gesellen aber beim Duft von süßen Obstsorten (z. B. reifen Erdbeeren, Pfirsiche, Birnen etc.). Doch hier ist Vorsicht geboten, da diese wohlriechenden Sachen nur allzu gerne sofort und in zu großer Menge gefressen werden, was aber für das komplizierte Verdauungssystem nicht zuträglich ist und zu Problemen führen kann (also nur kleine Mengen anbieten!)


Leider hat auch die Futtermittelindustrie die „Geruchsleidenschaft“ unserer Heimtiere längst erkannt und zunutze gemacht. So werden „tierartgerechte“ Düfte in winzigen, für uns Menschen nicht wahrnehmbaren, Spuren dem Futter zugesetzt, was Miez und Mops schnell dazu veranlasst, dieses Futter zum Lieblingsfutter festzulegen.

Auch wenn oftmals in den Deklarationen der Futtersorten hingewiesen wird, dass keine „Lockstoffe“ enthalten sind, so müssen doch Zweifel aufkommen, wenn man so manche „euphorische“ Futteraufnahme beobachten muss.

Außerdem scheint es keine durchgängige Definition zu geben,was Lockstoffe im eigentlichen Sinne sind und welche deklariert werden müssen und welche nicht.

 

Daher sollte der Tierfreund bei der Fütterung seiner Lieblinge darauf achten. wie die Nahrungsaufnahme stattfindet. Bei außergewöhnlichen, heißhunger-ähnlichen Futteraufnahmen ist Vorsicht geboten. Insbesondere deshalb,weil durch eingebrachte Lockstoffe die Gefahr besteht, dass unsere Haustiere deutlich mehr Nahrung aufnehmen als ihnen gut tut, was zu Übergewicht und allen, daraus resultierenden Gesundheitsverschlechterungen führen kann.


Mit der Erkenntnis, dass unsere Heimtiere nach wie vor sehr geruchs-orientiert sind und bei entsprechenden Düften höchste Glücksgefühle empfinden, was das allgemeine Wohlbefinden und letztendlich auch die Gesundheit positiv beeinflusst, sollte dieses unseren Tieren ab und zu angeboten werden.Lassen Sie Ihren Hund ruhig mal auf einer Wiese wälzen (muss ja keine Wiese inkl. Kuhfladen sein), oder kaufen Sie entsprechendes Spielzeug für Ihre Mieze. Das Zusammenleben mit einer glücklichen und ausgeglichenen Katze oder einem zufriedenen Hund ist sicherlich schöner und bringt mehr Freude, gleichermaßen Zwei- wie Vierbeinern.

 

Wenn Sie hierzu Fragen haben – sprechen Sie uns an.

 

Ihre Tierheilpraxis Materia Medica

 

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Thomas Freund

Tierheilpraktiker

 

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Sa

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