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Weihnachtliche Gefahren

 

Weihnachten ist für viele Menschen, egal ob groß oder klein, die eindeutig schönste Zeit im Jahr. Diese Zeit steht für gemütlich geschmückte Wohnstuben mit dem obligatorisch prunkvoll dekorierten Christbaum. Alles leuchtet, glitzert oder erstrahlt in den schönsten Farben, was auch für die Geschenke gilt, die man sich zu dieser Zeit traditionell überreicht. Bunte Bänder, weihnachtliche Motive aus schimmerndem Kunststoff, künstlicher Schnee, Baumschmuck aus hauchdünnem Glas, kunstvolle Metallmotive und nicht zuletzt das immer noch beliebte und reichlich eingesetzte Lametta bzw. Girlanden zieren die meisten Wohnungen und Häuser und sorgen für eine festliche Stimmung bei uns Zweibeinern.

 

Prächtiger Christbaum, aber Vorsicht... (Quelle: Ich/pixelio.de)

 

Abgerundet wird dieses durch besonders aufwendige und leckere Mahlzeiten und auch das „Zwischendurch“ ist dem Fest entsprechend üppig (zumindest in unseren Breiten). Von diesem besonderen Fest mit all seinen Facetten geht auch für viele unserer Haustiere eine große Faszination aus. Ähnlich wie bei kleinen Kindern muss alles untersucht werden, Augen, Nase und Zunge arbeiten auf Hochtouren, nichts bleibt unentdeckt.

Doch Vorsicht, es lauern nicht unerhebliche Gefahren für Leib und Leben des Tieres und sogar Herrchen oder Frauchen können Schaden nehmen. Die folgenden Ausführungen zeigen typische Gefahrenquellen/-situationen, die durch Tiere verursacht werden oder die bei Tieren eintreten können.

 

Alles was da glänzt, glitzert oder leuchtet – gefährliche Dekorationen

 

Ungeeignet sind verschluckbare, zerbrechliche und scharfkantige Gegenstände. Auch Farbanstriche, die abgenagt in den Verdauungstrakt gelangen, können hochgradig toxisch sein. Auch  musste schon so mancher stecken gebliebene Aufhanghacken einer Christbaumkugel aus den Darmschlingen von Miezi oder Mopsi operiert werden.

Klassisches Lametta führt zu einer Schwermetallvergiftung, modernes Kunststofflametta zu Darmverletzungen bzw. Darmverschlüssen. 

 

Lametta und Schuckgirlanden -oft ein besonderer, aber gefährlicher Reiz für unsere Haustiere (Werbefoto)


Selbst eingetretene Nadeln vom Weihnachtsbaum können zu langwierigen Entzündungen in den Pfoten führen, während eine einzelne verschluckte Nadel meist keine Probleme bereitet und auf normalem Wege wieder ans Tageslicht kommt.

Wie hoch die Gefahren sein können, wenn man brennende Kerzen allein mit dem unbeaufsichtigten Tier lässt, braucht nicht weiter erörtert werden.

Aber auch die angeblich sicheren elektrischen Lichterketten bzw. Lichtobjekte können schnell zur tödlichen Gefahr für alle Lebewesen im Umfeld werden. Dieses ist dann der Fall, wenn ein Elektrokabel der Gier eines nagenden Haustieres zum Opfer fällt und nach anfänglichen Schmörgeln ein Brand entfacht wird. 

Und auch der Christbaum selbst hat schon für erheblichen Schaden an umliegenden Sachen oder sich in der Nähe aufhaltenden Menschen geführt. Ursache hierfür: ein beherzter Sprung von Kater Moritz oder Hund Struppi.

Übrigens auch die gerne eingesetzten weihnachtlichen Duftöle können für Katzen und kleine Haustiere zur tödlichen Gefahr werden, da manche Öle toxisch wirken. Die Gifte werden per Dampf über die Haut in den tierischen Organismus geleitet, wo sie Leber, Niere etc.schädigen.

 

Vorsicht beim Einsatz von weihnachtlichen Duftölen oder auch Schneespray(Werbefoto)


Giftig können aber auch Schneespray oder andere aufgebrachte Dekosprays wirken und sollten daher nicht eingesetzt werden. Und auch von vielen Pflanzen, die während der Weihnachtszeit und danach so beliebt sind, gehen große Gefahren aus. So können z. B. Mistel, Stechpalme oder Weihnachtsstern zu schweren Vergiftungen führen. Auch das klassische Usambaraveilchen -beliebt als Geschenk zu Neujahr- ist hochgradig toxisch (eine Blüte kann eine erwachsene Katze töten). 

 

Weihnachtsstern und Usambaraveilchen - beide giftig!! (Quelle: links: Maria Lanznaster/pixelio.de, rechts: Tanja L./pixelio.de)

 

Es riecht und schmeckt so gut – Festtäglicher Horror für Magen und Darm

 

Obwohl wir es selbst besser wissen müssten, während der Festtage stehen üppige und gehaltvolle Mahlzeiten und Speisen im Focus. Das im Nachhinein oft auftretende Magengrummeln, Sodbrennen oder Völlegefühl wird von uns in Kauf genommen und mit diversen Alkoholika oder Tabletten bekämpft.

 

Festliche Genüsse - nichts für unsere Haustiere (Quelle: Steffi Pelz/pixelio.de))


Man will es sich selbst gut gehen lassen, da sollen unsere Tiere nicht nachstehen. Später wundert man sich, warum Waldi nach Gänsebraten, Klößen und Rotkohl mit Flatulenz und Durchfall reagiert oder teilnahmslos im Körbchen liegt.

 

Lecker, aber nichts für Hund und Katze (Quelle: Michael Franke/pixelio.de)


Noch schlimmer ist es, wenn den Tieren Geflügelknochen vorgesetzt werden. Diese stark splitternden Knochen können den Verdauungstrakt extrem verletzen und gehören tiersicher entsorgt (gleiches gilt für Fischgräten)!

Neben unseren Hauptmahlzeiten (die für unsere Tiere tabu sein sollten) wird gerade zu den Festtagen auch nebenbei so einiges verzehrt. Angefangen von den bunten Tellern und Gebäck- und Plätzchenschalen bis hin zu Christstollen und Lebkuchen-Variationen.

Das derartige Nahrungsmittel, gerne gereicht als Leckerli, nichts für unsere Haustiere sind muss nicht besonders erwähnt werden. Insbesondere ist der Verzehr von Schokolade eine immer noch unterschätzte Gefahr.

Im Kakao ist der Stoff Theobromin enthalten (verwandt mit dem bekannteren Koffein). Menschen können diesen Stoff durch ein besonderes Enzym relativ schnell abbauen. Dieses Enzym fehlt aber unseren Haustieren und so sind gerade Hund und Katze durch den Verzehr stark gefährdet. 

Nimmt ein mittelgroßer Hund ca. 200 gr. Schokolade auf (z. B. Gabe durch Herrchen, heimliche Gaben durch Besuch, Stibitzen durch das Tier selbst), kann dieses für den Vierbeiner tödlich sein. Dieses gilt natürlich für alle kakaohaltigen Speisen.

 

Aber selbst reguläres Tierfutter kann zu Problemen führen. Nämlich dann, wenn der Tierbesitzer -aufmerksam der entsprechenden Werbung folgend- für seinen Liebling die besondere Festtagssorte (natürlich mit Gans oder Pute) kauft.

Da dieses Futter aber nicht zum Standardfutter von Waldi oder Miezi gehört, sind die Darmbakterien darauf nicht eingestellt, Reaktion hierauf: Durchfall.

 

Sheba & Cesar Weihnachtspromotion 2008 (Werbefoto)


Eine Futterumstellung bedingt oftmals diese Reaktion und sollte wenn überhaupt nicht zu den Festtagen erfolgen. Im Übrigen sollte man mal darüber nachdenken, für wen die angepriesenen Festtagssorten eigentlich angeboten werden – doch wohl eher für Herrchen oder Frauchen.

Und die lediglich zu 5% enthaltenen Fleischanteile (z.B. Gans) der Festtagssorte lassen den Schluss zu, dass 95% der übliche Nahrungsbrei sein muss und der intensive Geruch (z. B. nach Gans) woanders herrühren muss (wozu gibt es Duftstoffe!).

 

Unsere Empfehlung:

 

Belassen Sie es bei der normalen und bewährten Ernährung Ihrer Haustiere. Machen Sie im Stress der Festtage keine Nahrungsexperimente ohne Einführung neuer Sorten, auch wenn die Werbung noch so verlockend klingt.

Menschliche Speisen sollten unseren Haustieren generell nicht gereicht werden. Wer seinem Tier etwas Besonderes anbieten möchte, kann vielleicht etwas Fisch, Hähnchen oder Pute abkochen und dieses als Festtagsschmaus geben. Und bitte alles in Maßen, das erspart nach den Festtagenden den Gang zum Tiermediziner.

Übrigens: Das schönste Geschenk können Sie Ihrem Tier mit etwas mehr Aufmerksamkeit machen. Waldi oder Miezi wird es besonders erfreuen, wenn Herrchen an den Festtagen ein bisschen mehr Zeit zum spielen hat. 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes Weihnachtsfest. Bleiben Sie gesund, ersparen Sie sich selbst und Ihrem Tier zu viel "Festtagsstress".

 

Sollten Probleme auftreten oder Sie Fragen zum Thema haben - wir sind für Sie da, sprechen Sie uns an. 

 

Ihre Tierheilpraxis Materia Medica

 

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Thomas Freund

Tierheilpraktiker

 

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Do 

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Sa

10-13 Uhr

Und nach Vereinbarung.

 

Um Wartezeiten zu vermeiden bitten wir um eine telefonische Terminabsprache.

 

Hausbesuche nach Vereinbarung.