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Onkologie in der Tiermedizin

Wucherungen, Geschwülste, Tumore und Krebs - bei unseren Tieren auf dem Vormarsch?


Vertraut man tiermedizinischen Schätzungen so entwickelt nahezu jeder vierte Hund und jede sechste Katze im Laufe ihres Lebens einen Tumor. 

Fast jeder zweite Hund in einem Alter über 10 Jahren verstirbt an dieser Erkrankung. Tumorerkrankungen sind somit die häufigste Todesursache bei unseren Heimtieren. 

Viele Tierhalter haben bereits selbst  schmerzliche Erfahrungen sammeln müssen, als ihre geliebten Vierbeiner diese Diagnose gestellt bekamen. 

Die Angst vor diesen Erkrankungen ist groß, noch größer ist aber die Verunsicherung mangels unzureichender oder auch falscher Informationen. 

Treten dann Geschwülste etc.beim eigenen Tier auf so wird übereilt das Schlimmste vermutet und so manch einer verfällt in Panik. 

In dieser Situation kann es dann schnell dazu kommen,dass keine vernünftigen und den Umständen entsprechend geeigneten Maßnahmen und Entscheidungen getroffen werden. Dieser Beitrag soll daher etwas zur Aufklärung beitragen und auch Ansatzpunkte für mögliche Behandlungsstrategien aufzeigen.   


 

Das Schreckgespenst Krebs


 

Ein Tumor nicht gleichbedeutend mit Krebs sondern ist zunächst einmal wertfrei zu betrachten. Per Definition ist ein Tumor eine Schwellung, Geschwulst oder Wucherung, also die Zubildung von Körpergewebe (Neoplasien), unabhängig der Ursache, in einem örtlich begrenzten Raum. Dieses würde auch für ein lokales Ödem (Flüssigkeitsansammlung), einen Abszess, oder aber für eine entzündliche Schwellung gelten. Neoplasien können jede Art von Körpergewebe betreffen wobei zu unterscheiden ist, ob sie gutartig (benigne Tumore) oder bösartig (maligne Tumore) sind.

Maligne Tumore werden umgangssprachlich auch als Krebs bezeichnet. 

Aufgrund der Vielzahl von unterschiedlichen Tumoren soll nachfolgend eine Einteilung der am häufigsten vorkommenden Arten bei unsern Haustieren aufgezeigt werden.

 

(Quelle: okamuwi, pixelio.de)


Gutartige (benigne) Tumore

 

Diese Art der Gewebezubildungen bestehen aus Zellen, die den normalen Zellen sehr ähneln. Die Gewebevermehrungen entstehen durch Fehlregulation des Zellgewebes. 

Kennzeichnet für benigne Tumore ist das Ausbleiben von Metastasenbildungen, auch infiltrieren (durchwachsen) sie nicht das umliegende Gewebe. 

Umliegendes Gewebe wird zwar verdrängt, jedoch nicht zerstört, der Tumor dringt nicht in Blutgefäße ein. In der Regel zeigen sie ein eher langsames Wachstum und lassen sich gut abgrenzen (Kapseln). 

Einige Arten können sich jedoch zu bösartigen Tumoren oder aber ein enormes Größenwachstum entwickeln. In diesen Fällen ist eine Behandlung zwingend erforderlich, wobei mit einer Rezidivwirkung meist nicht zu rechnen ist.

 

Beispiele für benigne Tumore sind 

 

  • Atherome (gutartige Zysten) auch als Grützbeutel bezeichnet,sind gutartige Wucherungen im Unterhautzellgewebe. Bei Schmerzen, Entzündungen oder verstärktem Wachstum muss eine Behandlung erfolgen.
  • Lipome (Fettgeschwülste) bilden sich aus Fettgewebszellen und Bindegewebe. Es sind     i. d. R. harmlose und gutartige Wucherungen. Bei schnellem Wachstum oder zahlreichen Wucherungen muss abgeklärt werden, ob es sich nicht um ein Liposarkom (bösartige Geschwulst) handelt. Eine Behandlung von Lipome ist nur dann erforderlich, wenn die Geschwulst zu Bewegungseinschränkungen führt oder auf Nerven bzw. Organe drückt.
  • Adenome sind Wucherungen (Knotenbildung) des Drüsengewebes oder Schleimhaut. Sie sind grundsätzlich gutartig (z. B. Polypen in der Darmschleimhaut, Gesäugehyperplasien, Schilddrüsen-Adenom, Thymom), können sich jedoch bösartig entwickeln.
  • Hämangiom ist ein Blutschwamm z. B. in der Leber.
  • Muttermale, Leberflecke sind i. d. R. gutartige Wucherungen von pigmentbildenden Zellen der Haut. Sie sollten jedoch beobachtet und nach der A-B-C-D-E-Regel* beurteilt werden.
  • Myome sind gutartige Muskelzellgeschwülste (z. B. an der Gebärmuttermuskulatur)
  • Basaliom (Basalzelltumor) ist ein gutartiger Hauttumor, der z. B. bei Cocker Spaniel oder Pudel häufig vorkommt, wobei Katzen eher betroffen sind als Hunde.
  • Papillome sind Warzen die durch Vieren entstehen. Betroffene Stellen können Mundschleimhaut, Augenlider, Ohren, Gliedmaßen, äußere Geschlechtsorgane und andere Lokalisationen sein. Je nach Befund und Lage ist eine Behandlung dieser gutartigen Tumore angeraten
  • Kutanes Histiozytom, ein gutartiger Hauttumor, meist am Kopf oder Gliedmaßen.
  • Melanome im Bereich der behaarten Haut sind sie meist gutartig, im den Bereichen der Zehen oder Maulhöhle eher bösartig.
  • Mammatumor ein häufiger Tumor, der mit einer 50%-igen Wahrscheinlichkeit gutartig sein kann (beim Hund). Bei Katzen ist diese Tumorart fast immer bösartig.
  • Epuliden sind gutartige Wucherungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut unterschiedlicher Größe. Eine Behandlung muss je nach Lage bzw. Behinderung beim Kauen erfolgen.

* A-B-C-D-E-Regel:

A steht dabei für Asymmetrie. Das bedeutet, dass die ungleichmäßige Form einen Leberfleck verdächtig macht. Auch ausgefranste Ränder sind ein Warnzeichen.

B steht für Begrenzung. Ein Leberfleck sollte klar abgegrenzt sein und nicht an den Rändern ausfransen.

C wie Colour. Auf Leberflecke mit ungleichmäßiger Färbung sollte man ein Auge zu haben.

D wie Durchmesser. Ebenso aufmerksam sollte man Leberflecke beobachten, die mehr als fünf Millimeter Durchmesser haben.

E wie Erhabenheit. Sind Leberflecke vorgewölbt und ertastbar, sollten sie genau untersucht werden.
 

Bösartige (maligne) Tumore

 

Diese Gewebeneubildung wird als Krebserkrankung bezeichnet. Die Neubildung besteht aus entarteten, anders aussehende Zellen. Es erfolgt eine unaufhörliche schnelle Zellteilung (Vermehrung) die gesundes Zellgewebe zerstört und infiltriert. 

Die Tumore sind oft schwer abzugrenzen und bilden Metastasen, die über das Blut, die Lymphe oder durch Abtropfen (z. B. in den Bauchraum) sich verbreiten und Tochtergeschwülste bilden. In allen Fällen ist eine Behandlung zwingend erforderlich, wobei je nach Tumorart, Fortschritt der Erkrankung und andere Faktoren eine vollständige Heilung oftmals nicht möglich ist und auch mit Rezidiven zu rechnen ist.

 

Beispiele für bösartige (maligne) Tumore sind (so weit oben nicht schon aufgeführt) 

 

  • Osteosarkom, auch bezeichnet als Knochenkrebs kann an verschiedenen Körperregionen (z. B. Gliedmaßen, Kopf) auftreten. Der Tumor zerstört lokal den Knochen, was zu Lahmheiten und Schwellungen führt. Das ausgeprägte Metastasierungsverhalten zielt auf Lunge, andere Knochen und Organe.
  • Maligne Melanom (siehe auch oben). Eine Metastasenbildung zielt auf die Lymphknoten, Lunge und Bauchhöhlenorgane. Bei Katzen ist der Anteil der bösartigen Variante deutlich höher als bei Hunden.
  • Mastzellentumor, eine sehr häufige Tumorart  bei Hunden an Haut der Gliedmaßen, Rumpf, Kopf, aber auch Milz und andere Bauchhöhlenorgane (Katzen). Der Fortschritt der Erkrankung wird gemäß des klinischen Bildes in 4 Stadien sowie histologisch in 3 Grade eingeteilt. Eine Besonderheit dieser Tumorerkrankung ist die fast täglich veränderbare Größe des Tumors.
  • Weichteilsarkom eine Tumorart, die vom Binde-, Fettgewebe oder Muskulatur ausgeht und neben der Haut auch an anderen Stellen im Körper auftreten kann. Zwar findet eher selten eine Metastasierung statt, jedoch wird das umliegende Gewebe stark infiltriert und geschädigt. Fibrosarkome (aus dem Bindegewebe) sind besonders bei Katzen häufig und können sich besonders an den Impf- Injektionsstellen zeigen.
  • Plattenepithelkarzinome kommen bei Hunden an der Haut, an den Zehen, in der Milchleiste sowie in der Mundhöhle vor. Bei Katzen auch im Bereich des Nasenspiegels, der Lider und Ohren. Man vermutet einen direkten Zusammenhang mit intensiver Sonnen-UV-Bestrahlung. Es erfolgt selten eine Metastasierung, jedoch invasives Wachstum.
  • Maligne Lymphom / Lymphatisches Sarkom ist eine sehr häufig vorkommende, bösartige Tumorerkrankung der Blutzellen (Lymphozyten) und des lymphatischen Gewebes (Lymphknoten, Milz, Leber, Verdauungstrakt, Knochenmark). Bei Katzen sind Auslöser dieser Erkrankung Leukoseviren.

 

Entstehung von Tumoren bzw. Krebserkrankungen

 

Ein Tumor kann grundsätzlich in jedem Organ oder Zellgewebe eines Organismus entstehen und dabei gut- oder bösartige Erscheinungen entwickeln. 

Bei manchen Tumorarten ist eine eindeutige Einteilung in gut- oder bösartig nicht möglich. Wenn die Neubildung von Körperzellen außer Kontrolle gerät spricht man von einer Tumorbildung oder auch von  Krebs. 

Dabei handelt es sich um eine Störung des genetisch geregelten Gleichgewichtes zwischen Zellteilung bzw. Wachstum und Zelltod. Die Ursachen einer Krebserkrankung sind heute noch nicht ganz ermittelt und werden teilweise kontrovers diskutiert. Dennoch gibt es einige (Risiko-) Faktoren, die eine Tumorbildung nachweislich begünstigen. 

 

  • Fortschreiten des Lebensalter
  • Umweltgifte oder krebserzeugende Stoffe/Strahlung (Karzinogene Stoffe)
  • Störungen des Immunsystems
  • Genetische Dispositionen, Vererbung
  • Genschädigungen an der DNA
  • Spezielle krebsauslösende Viren
  • Zellmutationen, Veränderung der Chromosomenzahl
  • Entzündungsprozesse, vermehrte Bildung von freien Radikale
  • Fehl- oder ungeeignete Ernährung
  • Überlastung der Ausscheidungsorgane
  • Überlastung, Stress, Störung der Zellatmung 

 

Umweltgifte und Schimmelpilze können Krebs verursachen (Quelle: Thorben Wengert, pixelio.de)
Krebsauslösend können Viren, insbesondere aber auch Zigarettenrauch sein (Quelle links: Aka, pixelio.de, rechts: Gabriele Schoenemann, pixelio.de)


Symptome einer Krebserkrankung

 

Die Symptome einer Krebserkrankung sind sehr unterschiedlich. Sie unterscheiden sich in ihrer Ausprägung nach Art des Tumors, Art des betroffenen Gewebes, lokaler Ort des Auftretens, Stadium der Erkrankung u. a.  

Dennoch gibt es Anzeichen, die von Tierhaltern beobachtet werden können, damit umgehend eine Abklärung bei einem Tiermediziner erfolgen und eine erforderliche Behandlung unverzüglich eingeleitet werden kann..

Mögliche Symptome (Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit) 

 

  • Allgemeine Schwäche und Abgeschlagenheit, Fieber
  • Abnehmende Leistungsfähigkeit, schnelles Ermüden, Kurzatmigkeit, Husten
  • unregelmäßiger Herzschlag
  • Anhaltende Lahmheit oder Steifheit des Bewegungsapparates
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme
  • Verdauungsstörungen, Erbrechen, Durchfall
  • Schwierigkeiten beim Harn- bzw. Kotabsatz
  • Schwierigkeiten bei der Futteraufnahme, Probleme beim Schlucken
  • Helle Schleimhäute (Anämie/Blutarmut)
  • Knotenbildung, lokale Umfangsvermehrung
  • Hautschäden, schlecht heilende Wunden und Verletzungen, Juckreiz
  • Schlechter Atem
  • Ausfluss oder Blutungen aus Körperöffnungen
  • Wesens- und Verhaltensveränderungen
  • Chronische, zunehmende Entzündungen
  • Schmerzen 

 

Oft müde, abgeschlagen und schlapp oder Fieber, häufige Entzündungen und Schmerzen können Symptome einer Tumorerkrankung sein


Diagnose von Tumor- bzw. Krebserkrankungen

 

Grundsätzlich gilt: Je früher eine Tumorerkrankung erkannt und behandelt wird, umso größer ist die Heilungsmöglichkeit. Daher ist es ungemein wichtig bei einem Verdachtsmoment umgehend einen Tiermediziner zu konsultieren. 

Da nicht alle Tumore sich gut fühlbar bzw. sichtbar darstellen sollte insbesondere bei älteren Tieren routinemäßige Kontrolluntersuchungen stattfinden. Die entsprechenden Untersuchungen beginnen i. d. R. mit einer umfassenden Anamnese und einer allgemeinen klinischen Untersuchung. Die Methoden dabei sind: 

 

  1. Adspektion: Visuelle, vollständige Betrachtung des Tieres
  2. Palpation: Systematisches Abtasten des Tieres
  3. Perkussion: Hier wird an bestimmten Stellen des Tieres „geklopft“ um ggf. eine        Schmerzhaftigkeit festzustellen
  4. Auskultation: Abhören des Körperinnern

Nach der klinischen Untersuchung macht i. d. R. eine Blutuntersuchung Sinn um einen aktuellen Statur der Körperfunktionen zu erhalten. Insbesondere Nieren und Leberfunktionswerte sind zur Beurteilung des Gesundheitszustandes Ihres Tieres hilfreich.

 

Eine gründliche Untersuchung und Anamnese sind im Verdachtsfall unumgänglich
Ein großes Blutbild zeigt den Grad wichtiger Körperfunktionen


Im nächsten Schritt wären spezielle Untersuchungen der verdächtigen Veränderungen vorzunehmen. 

Hierzu werden, wenn möglich, Proben im Rahmen einer Biopsie (Gewebeentnahme) oder Feinnadelaspiration entnommen und analysiert.

Auch wären bildgebende  Untersuchungen Ultraschall, Röntgen, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) möglich bzw.erforderlich um den vermeintlichen Tumor bzw. gegebenenfalls die Metastasierung (keine, regionale oder Fern-Metastasen) festzustellen und zu lokalisieren. Mit dem Staging und Grading werden die Ergebnisse der unterschiedlichen Untersuchungen im Rahmen eines Beurteilungssystems zusammengefasst. Ziel dabei ist es das Entwicklungsstadium des Tumors zu bestimmen, eine passende Therapie zu finden und eine Prognose hinsichtlich Fortgangs der Erkrankung zu stellen.

 

CT und MRT können als bildgebende Untersuchungen den lokalen Standort eines Tumors exakt bestimmen (Quelle; Rainer Sturm, pixelio.de)


Es versteht sich von selbst, dass auch im Fortgang (während der Therapie und danach)  immer wieder regelmäßige Untersuchungen stattfinden müssen, um gegebenenfalls die Behandlungsstrategie situationsbezogen anpassen zu können.

 

Therapiemöglichkeiten

 

Je nach Art der Krebserkrankung, Krankheitsfortschritt, Allgemeinzustand des Tieres etc.

unterscheidet man die Behandlungsmöglichkeiten in 

 

  1. kurative Therapie - hierbei besteht die Möglichkeit einer vollständigen Heilung
  2. palliativen Therapie – hierbei ist eine vollständige Heilung nicht möglich, Ziel ist es den Patienten schmerz-und symptomfrei zu halten 

Primäres Ziel einer Behandlung sollte immer die Sicherstellung bzw. Wiederherstellung einer guten Lebensqualität sein. Das Ziel einer Lebensverlängerung wäre als sekundäres Ziel nachgelagert. 

Dem Tier soll es trotz Krankheit gut gehen, es soll Freude am Leben haben und anders als vielfach in der Humanmedizin sollte nicht unter Einbezug fragwürdiger Lebensbedingungen eine Lebensverlängerung unter allen Umständen angestrebt werden.

Dieses ist bei der Wahl der Therapiemöglichkeiten zu beachten und sollte eingehend zwischen Tiermediziner und Tierhalter besprochen werden.

 

Schulmedizinische Therapiemöglichkeiten


Die nachfolgend aufgeführten schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten können je nach Indikation und Einzelfall entweder als Einzelmaßnahme oder in Kombination angewendet werden.

 

Nicht immer ist eine operative Entfernung eines Tumors möglich

Chirurgie / Operation

 

Insbesondere bei störenden aber gutartigen Tumorerkrankungen ist diese Methode vielversprechend. 

Auch bei bösartigen Tumoren, die sich noch im Frühstadium befinden, sich noch nicht im Körper oder auf verschiedene Organe ausgebreitet haben ist diese Therapieform anzuwenden. 

Ein möglichst großer Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe sollte bei der Entfernung eines Tumors eingehalten werden

Bei der Entfernung sollte ein möglichst großer Sicherheitsabstand (2-3 cm) zum umliegenden Gewebe bestehen, was jedoch je nach Lokalisation nicht immer möglich ist. 

Bei sehr großen Tumoren ist eine Entfernung hinsichtlich der zu erwartenden Größe der Wunde oftmals nicht möglich.


 

Die Möglichkeit einer Operation sollte auch in Abhängigkeit des Allgemeinzustandes und des Alters des Tieres erwogen werden.

Nach der chirurgischen Entfernung (unabhängig ob vollständig, unvollständig, mit oder ohne ausreichenden Sicherheitsabstand) sollte immer eine Nachfolgebehandlung erfolgen, auch um eine möglichst kurzfristige Rekonvaleszenz des Patienten sicher zustellen.
 


 

 

Chemotherapie – oft mit Nebenwirkungen und mit Beeinträchtigungen der Lebensqualität (Quelle: Claudia Hautumm, pixelio.de)

Chemotherapie

 

Da sich nicht alle Tumore operieren, vollständig entfernen lassen oder bereits metastasiert haben, besteht die Möglichkeit, analog der Vorgehensweise in der Humanmedizin, eine Chemotherapie, entweder als alleinige Therapie oder postoperativ, einzuleiten.

Durch die Gabe von Zytostatika (Zellgifte), welche besonders auf die sich schnell teilenden Krebszellen wirken, soll die Krebserkrankung eingedämmt werden. 

Die eingesetzten Zytostatika wirken leider jedoch nicht nur auf die Krebszellen, beeinträchtigt werden auch gesunde, sich langsam teilende Zellen. Obwohl im Allgemeinen die zu erwartenden Nebenwirkungen etwas geringer ausfallen wie bei menschlichen Patienten, so führt diese Therapieform dennoch zu Beeinträchtigungen der Lebensqualität (Durchfall, Erbrechen, Fieber, Abgeschlagenheit, Haut- und Fellprobleme etc.), was die Frage aufwirft, ob man dieses seinem Tier zumuten möchte.

Allerdings gibt es eine Krebserkrankung (maligne Lymphom), welche ausgesprochen gut auf diese Therapieform anspricht. Das Fortschreiten der Erkrankung wird oft sehr langfristig verzögert und sogar eine Heilungschance von rund 20 % der Fälle besteht. 

 

Strahlentherapie

 

Unter der Annahme, dass Tumorgewebe strahlempfindlicher als umliegendes, gesundes Gewebe ist, werden Krebszellen definierten Strahlendosen (in der Tiermedizin werden Linearbeschleuniger oder Kobalt-60-Therapiegeräte eingesetzt) ausgesetzt. 

Durch die Strahlung wird eine Schädigung ihrer DNS erzielt und so die Krebszelle zerstört. Normale, gesunde Zellen haben eine hohe Kapazität derartige Schäden zu regenerieren, Krebszellen haben diese Fähigkeiten nur sehr eingeschränkt und gehen unter. 

Bei Anwendung dieser Methode ist es außerordentlich wichtig, die exakte Lage des Tumors zu bestimmen, bei erfolgter Metastasierung bestehen nur eingeschränkte Erfolgsaussichten. Obwohl die Strahlendosen in mehreren, oft über einige Wochen verteilte Sitzungen verabreicht werden, so sind auch bei dieser Therapie Nebenwirkungen zu erwarten. 

Diese lassen sich in 

 

  • Frühreaktionen (akute Strahlenreaktionen wie Fellverlust, Schuppungen, Pigmentänderungen, Hautrötungen, Schleimhautentzündungen im Maul-Rachenbereich) 
  • und Spätreaktionen (Schädigungen des Binde- und Stützgewebe, Gefäße, Nervengewebe mit der Möglichkeit von Fibrosen oder Absterben des Gewebes) kennzeichnen.

 

Insbesondere  die Spätreaktionen sind dabei leider kaum behandelbar.

Einige Tumorarten lassen sich mit einer Strahlentherapie besonders effektiv behandeln oder sind schulmedizinisch nur durch eine Strahlentherapie behandelbar (z. B. Fibrosarkom, malignes Melanom, Mastzellentumor, Nasenhöhlentumor, Gehirntumor, Knochentumormetastasen, Karzinome). 

Da diese Therapie ebenfalls nur in Narkose vollzogen werden kann ist sie durch den Allgemeinzustand und Alter des Tieres limitiert.

 

Naturmedizinische Therapiemöglichkeiten

 

Ist eine Operation nicht möglich oder sinnvoll und möchte man dem Tier eine Chemo- oder Strahlentherapie ersparen, so bestehen schulmedizinisch kaum Alternativen und meist wird dann bei Notwendigkeit ausschließlich eine Schmerztherapie eingeleitet, welche jedoch auch nicht nebenwirkungsfrei ist. 

Die Möglichkeit einer naturmedizinischen Behandlung bietet hier verschiedene Alternativen und kann primär (als Hauptbehandlung) oder sekundär (zur Unterstützung einer schulmedizinischen Behandlung) eingesetzt werden. 

Im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtungsweise soll der gesamte Organismus behandelt, gestärkt und idealerweise geheilt werden. Dieses ist bei bösartigen und ggf. fortgeschrittenen Krebserkrankungen zwar nur eingeschränkt möglich, aber oftmals sind Verbesserungen, Stabilisierungen und Sicherstellung einer guten Lebensqualität zu erzielen.

Letztendlich möchte man doch sicherstellen, dass das Tier möglichst lange ein schönes Leben hat, ohne belastende Einschränkungen durch die Krankheit selbst oder Begleitumstände der Behandlung. Die dabei anzustrebende Vorgehensweise basiert auf den nachfolgend aufgeführten Maßnahmen.

 

Verbesserung und Optimierung des Immunsystems und Körperfunktionen

 

Schwere Erkrankungen vermindern und verlangsamen Körperfunktionen. Viele Prozesse laufen im Körper fortschreitend schlechter ab, 

Regenerationsprozesse können immer unzureichender stattfinden, die Lebensqualität sinkt. Parallel können durch eine eingeschränkte Leistung des Immunsystems Abwehrprozesse zunehmend schlechter stattfinden, die Spirale zum finalen Zusammenbruch ist gestartet.

Dem entgegen zuwirken muss eine Unterstützung des Immunsystems erfolgen. 

Ein wirkungsvolles Entgegensetzen gegen eine schwere Krankheit kann nur mit einem starken Immunsystem erfolgen. Um das Immunsystem zu stärken oder wieder aufzubauen gibt es naturmedizinisch verschiedene Möglichkeiten. Ob dieses durch den Einsatz der Phytotherapie, Homöopathie, TCM, Heilpilze etc. erfolgt hängt vom individuellen Einzelfall ab und sollte in Abstimmung mit dem Tierhalter durch den behandelnden Tiermediziner erfolgen. 

 

Ein starkes und stabiles Immunsystem – Grundvoraussetzung für die Genesung


Entfernung belastender Stoffe

 

Bei schweren Erkrankungen und im Rahmen medizinischer Behandlungen (Narkose, Medikamente etc.) entstehen massiv Toxine, die sich im Organismus anreichern und belastend wirken. 

Dadurch werden bestimmte Funktionsprozesse behindert, eine Heilung und Rekonvaleszenz verlangsamt oder gar verhindert. Durch die Dauer- und Höchstbelastung können Ausscheidungsorgane (Leber, Niere, Darm) geschädigt werden, was im Zeitverlauf fatale Folgen haben kann.

Die Aufrechterhaltung einer optimalen Körperfunktion und damit Lebensqualität lässt sich mit belasteten oder gar eingeschränkten Organen nicht sicherstellen. Diese ist gerade im Krankheitsfall ausgesprochen wichtig und sollte Teil einer naturmedizinischen Behandlungsstrategie sein.

Durch eine sanfte, d. h. langsame Entgiftung, sowie Unterstützung und Stärkung der Ausscheidungsorgane kann dieses dauerhaft erzielt werden Auch hier bieten die bereits aufgeführten Therapieansätze (siehe oben) gute Möglichkeiten und sollten individuell zum Fall abgestimmt werden.

 

Alternative Behandlung der Krebserkrankung

 

Die Naturmedizin bietet verschiedene Möglichkeiten bei der Behandlung von Tumor- bzw.Krebserkrankungen. Ähnlich wie bei schulmedizinischen Behandlungsmethoden wirken nicht alle Therapien bei unsern Tieren gleichermaßen. Es ist also wichtig die geeignete Therapie für den Individualfall zu ermitteln. 

Auch wenn alternative Krebstherapien i. d. R. von der Schulmedizin als unwissenschaftlich und unwirksam abgelehnt werden, so sind dennoch erfolgreiche und wirksame Therapien bekannt. Unabhängig welche Therapie oder Therapiekombination zum Einsatz kommen soll, die Behandlung muss engmaschig durch den Therapeuten begleitet werden um bei Fehl-entwicklungen möglichst zeitnah gegensteuern zu können.

 

Bewährte alternative Behandlungsmethoden finden sich in der  

 

  • Phytotherapie (z. B. Uncaria tomentosa, Aprikosenkernextrakt, Weihrauch, Mistel etc.)
  • Homöopathie (z. B. Einzelmittel wie Conium, Symphytum, Thuja, Hekla lava, und viele andere mehr oder auch spezielle Kombinationsmittel)  
  • Enzymtherapie (Schlangen-, Spinnen- oder auch andere Tiergifte z. B. Horvi, Wobenzym)
  • TCM (unterschiedliche Heilkräuter bzw. individuelle Mischungen)
  • Mykotherapie (Einsatz von verschiedenen Heilpilzen)

 

Der Weihrauchbaum, bzw. das weiße Harz kann bei bestimmten Krebsarten helfen, was auch für die Mistel (ein Sandelholzgewächs was als Halbschmarotzer auf verschiedenen Bäumen lebt) gilt und in der Humanmedizin sehr oft begleitend in der Krebstherapie eingesetzt wird. (Quelle links: Dieter Schütz, pixelio.de, Mitte: Florentine, pixelio.de, rechts: Karl-Heinz Liebisch)


 

Uncaria tomentosa (Katzenkralle, der Heilpilz Maitake und Aprikosenkern-Extrakte können bei einer alternativen Krebsbehandlung erfolgreich helfen

 

Mit homöopathisch aufbereitetem Spinnengift oder anderen Homöopathika kann eine Tumorerkrankung unterstützend oder primär behandelt werden (Quelle: Anne Wuster, pixelio.de)


Darüber hinaus gibt es noch etliche andere Zusatzstoffe, die bei Krebserkrankungen eingesetzt werden können, um das Wachstum der Krebszellen zu verhindern bzw. zu erschweren.

 

Ernährungskonzept krebserkrankter Tiere

 

Die meisten Haustiere werden mit industriell hergestelltem Fertigfutter ernährt. Erste Untersuchungen lassen vermuten, dass zwischen bestimmten Arten der Ernährung und der Bildung von Tumoren ein Zusammenhang besteht. 

So erkranken z. B. mit Rohfleisch gefütterte Wildtiere (Raubkatzen, Wölfe etc.) kaum an Krebs, Hunde und Katzen als Haustiere, gefüttert mit Fertigfutter relativ häufig. 

Offensichtlich befinden sich Stoffe in den verschiedenen Fertigfuttersorten, die einen positiven Einfluss auf die Bildung von Krebszellen haben. Ob es nun die Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, verschiedene Zusatzstoffe etc. sind oder die großen Mengen an Getreide, welche den Futterbrei zu einem lukrativen Geschäft machen lässt ist dabei unerheblich.

Bei einer vorhandenen Krebserkrankung sollten derartige Futtermittel nicht mehr verwendet werden. Krebszellen mögen Zucker, bevorzugen also Kohlenhydrate, die in Getreide beispielsweise massenhaft enthalten sind. Insofern führen ungeeignete Futtermittel mit hohen Kohlenhydrat- bzw. Getreideanteilen zu einer sicherlich nicht gewollten Optimalernährung von Krebszellen. 

Als absolutes Tabu gelten die meisten Trockenfutter, welche im Rahmen einer Krebs-erkrankung nicht gefüttert werden sollten.

 

Eine mögliche Alternative bietet die Fütterungsmethode B.A.R.F. welches in der deutschen Übersetzung „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“ bedeuten soll.

Vorteilhaft dabei ist im Rahmen einer Krebstherapie, dass weitgehend auf Kohlenhydrate verzichtet wird. Natürlich muss darauf geachtet werden, dass bestimmte Zusatzstoffe dem Rohfleisch zugeführt werden, damit keine Mangelerscheinungen auftreten und somit eine neue Baustelle entsteht. 

Hierzu gibt es aber mittlerweile gute abgestimmte Produkte welche einfach und verbraucher-freundlich zu dosieren sind.

Bei Krebspatienten ist darüber hinaus der Fettstoffwechsel gestört, d. h. ein erhöhter Bedarf an geeigneten Fetten ist vorhanden. Ideal ist z. B. eine Kombination aus Leinsamenöl (frisch und kaltgepresst!) (Alpha-Linolensäure und Lignanen) und Fischöl (Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren).

 

Auf Kohlenhydrate, bzw. Zucker sollte bei einer Krebserkrankung unbedingt verzichtet werden


Prognose und Fazit

 

Eine Tumor oder Krebserkrankung ist eine schwerwiegende Erkrankung die zu großen Beeinträchtigungen und vorzeitigem Tod führen kann – aber nicht zwangsläufig führen muss.

 

Je frühzeitiger die Erkrankung erkannt wird, je eher eine Behandlung eingeleitet werden kann, umso günstiger die Prognose hinsichtlich Heilung oder Lebenserwartung.

 

Krebs bedeutet nicht, dass unmittelbar das Leben beendet sein muss.

 

Allerdings sind einige, vielleicht bisher anders praktizierte Vorgehensweisen anzupassen oder zu verändern. Es gibt nicht wenige Fälle, wo Krebspatienten geheilt wurden oder mit ihrer Krankheit eine lange Zeit bei guter Lebensqualität weiterleben konnten.

 

Sie werden sicherlich alles tun um Ihrem Tier zu helfen, dabei sollten Sie jedoch auch darauf achten, wann es gegeben falls Zeit ist, das Tier gehen zu lassen um ihm Schmerzen und Leid zu ersparen. 

Die meisten Tiere zeigen dieses ihrem Besitzer und auch ein seriöser Tiermediziner wird Ihnen bei dieser Entscheidung helfen.

 

Erhaltung der Lebensfreude sollte primäres Ziel einer jeden Therapie sein


Bei Fragen zum Thema oder Informationen zu einem alternativen Behandlungskonzept können Sie uns gerne ansprechen.

 

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