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Norialgen - ein wichtiges Ergänzungsfutter für Meeresbewohner


Bei der Betreuung und Behandlung von Aquarienlebewesen, insbesondere bei Meerestieren, wurden uns immer wieder Problemfälle mit plötzlich auftretenden Hauterkrankungen, Immunsystemstörungen mit anschließendem Parasitenbefall und Abmagerungen vorgestellt. Die größte Gruppe derartig gefährdeter Fische stellen die farbenprächtigen und imposanten Doktorfische dar. Aber auch Kaiserfische und andere pflanzenfressenden Fischarten können betroffen sein.

 

Gesunde Doktorfische bei der Fütterung / ein strammer Doktor (Acanthurus sohal)


Jeder der einmal Paracanthurus hepatus oder gar Acanthurus leucosternon gepflegt hat, weiß ein Lied von auftretenden Pünktchen und Co. zu singen. Dabei spielt die sich langsam einschleichende Mangelversorgung durch Fehlernährung eine außerordentlich große Rolle. Es gibt zwar mittlerweile viele industrielle Futtersorten (z. B. Flocken- und  Granulatfutter), und auch eine durchgängige Versorgung von Frostfutter (z. B. Artemia, Mysis, Krill, Muschelfleisch etc.) ist sichergestellt. Jeder, der sich mit diesen Tieren beschäftigt, weiß, dass sie zusätzlich eine Menge Grünfutter (z. B. versch.Salatsorten, Gurke, Möhren, Banane etc.) benötigen, und dennoch scheinen sie eine hohe Anfälligkeit gegenüber parasitärer Infektionen zu besitzen.

 

Auswahl an Meerwasserfischen, die Norialgen unbedingt benötigen


Warum haben diese Tierarten in der freien Natur ein offenbar stärkeres Immunsystem als in Gefangenschaft, was ist anders an der Ernährung draußen im Meer als im Aquarium zu Hause? Es ist nicht schwer, diese Fragestellungen zu beantworten.

Die Hauptnahrungsmittel, nämlich die Grünfuttersorten, sind insgesamt von völlig anderer Zusammensetzung, wenngleich sie angenommen werden und auch der Ernährung dienen. Diese „Ersatzfutterstoffe“ werden auch völlig anders verdaut, was ein Vergleich zwischen einer überwiegenden Fütterung mit frischem Kopfsalat und andererseits mit hochwertigen Meeresalgen (Porphyra umbilicalis/Norialgen) zeigte.

Kopfsalat wird in unglaublich großen Mengen gefressen, man kann den Tieren gut ansehen, dass sie den Salat mögen. Die anschließend einsetzende Verdauung und Ausscheidung zeigt, dass Teile der Mahlzeit nicht vollständig verdaut, die Nährstoffe nicht hinreichend aufgespaltet wurden (also lediglich vorverdaut wurden). Diese noch nährstoffreichen Ausscheidungen werden sofort von Artgenossen gefressen.

Hier zeigt sich ein ähnlicher Effekt wie bei einer ganz anderen Tiergattung, nämlich den Meerschweinchen, die ebenfalls ihren eigenen Kot fressen. Bei den kleinen Nagern dient dieses allerdings der Aufrechterhaltung ihrer Gesundheit, bei unseren Meerwassertieren aber ausschließlich der Nahrungsaufnahme.

Füttert man nun anstelle von Salat die o. a. Algen, so sind Ausscheidungen halbverdauter Nahrung nicht zu beobachten. D. h. die Algen werden vollständig verdaut, alle enthaltenen Nährstoffe werden aufgespaltet und dem Organismus zugeführt. Versuche haben gezeigt, dass eine Beifütterung dieser Algen ausreicht, um Mangelerkrankungen mit anschließenden Infektionskrankheiten weitgehend zu vermeiden. Die Fische verfügen offensichtlich bereits nach wenigen Gaben über ein deutlich stabileres Immunsystem, welches mit den immer latent vorkommenden Infektionserregern fertig wird.

Porphyra umbilicalis, auf japanisch Yaki-Susinori, bzw. auf deutsch Norialge genannt, ist dabei wahrlich ein Kraftpaket an Mineralien und Vitaminen.  Im Jahr 2003 wurden die einzelnen Inhaltsstoffe der Norialgedurch die Japan Science and Technology Corporation analysiert. Dabei wurde folgendes festgestellt:

 

Energiewert 787 kj/188 kcal, Proteingehalt ca. 42% desTrockengewichtes (je 100g Trockenalgen); ausgewogener Gehalt an essentiellenAminosäuren und an mehrfach  ungesättigten Fettsäuren;  viele Vitamine sowie Eisen, Calcium, Folsäureund einen für unsere Meeresbewohner unbedingt notwendigen, sehr hohenJodgehalt.

Im Detail :

Wasser, Eiweiß (Protein), Fett, Kohlenhydrate, Asche,Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan,Vitamin A (Karotin), Vitamin D, Vitamin E, Vitamin K, Vitamin B1, Vitamin B2,Niacin, Vitamin B6, Vitamin B12, Folsäure, Pantothenic Acid, Vitamin C,gesättigte Fettsäuren, einfach ungesättigte Fettsäuren, mehrfach gesättigteFettsäuren, Cholesterin, Ballaststoffe.

 

Die oben genannten Angaben gelten für hochwertige, japanische Topqualität, die für den menschlichen Verzehr zugelassen ist. Dabei darf es sich aber nicht um konservierte oder gewürzte Ware handeln, sondern um Naturware, schonend geröstet (ein spezielles Trocknungsverfahren). Die Algen müssen aus einem  kontrollierten Anbau kommen (unbelastetes Wasser), nur so ist eine gleich bleibende hohe Qualität (High Premium Quality, HPQ) dauerhaft sichergestellt. Topqualität kann man an der intensiv grünen Farbe erkennen, aber Vorsicht, es gibt auch mittlerweile eingefärbte Ware. Schlechte Ware erkennt man hingegen an ihrer bräunlich-schwarzen oder rötlichen Färbung. Jeglicher Hinweis auf Futterpackungen etc. „dass die Algen nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind“ lassen eine schlechte Qualität vermuten und sollten nicht gefüttert werden.

Verfütterungen mit ungeeigneten Algen, es handelte sich meist um konservierte und/oder gewürzte Ware, führten nach einiger Zeit zu irreversiblen Organschäden (Leber etc.).Leider sind die enthaltenen Ingredienzien nicht immer oder nur in ihrer Landessprache aufgeführt, also auf japanisch. Übrigens sollte man auf Waren aus jeglichen anderen Herstellerländern (China, Korea, Taiwan etc.) verzichten,hier gab es schon sehr oft Meldungen von verunreinigten bzw. belasteten Algen, die bei Menschen zu alimentären Intoxikationen führten.

 

Praxistip: Hinsichtlich der Futtermenge gilt folgendes: Da eine gute Algenqualität ihren Preis hat, so sollte dieses Futter lediglich zur Ergänzung gereicht werden. Für eine Doktorengruppe mittlerer Größe (6 Tiere, z.B. 2 Paracanthurus hepatus, 2 Zebrasoma flavescens, 1 Zebrasoma xanthurum und 1 Naso lituratus) ist ein Blatt 20x10 in Streifen geschnitten alle 2-3 Tage ausreichend (man kann natürlich auch mehr geben). Sind Krankheitsanzeichen erkennbar, sollte man die Algenmenge auf 2 Gaben (Blätter) / Tag erhöhen.

 

Doktoren warten auf ihre Norialgen


Wenn Sie noch Fragen zum Thema Norialgen, Fütterung oder Bedarf an einer Bezugsquelle geeigneter Algen haben, sprechen Sie uns an oder schreiben uns ein Mail.


 

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Thomas Freund

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