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Meerschweinchen - Tipps zur Gesundheitserhaltung Teil 2 - 

 

Prächtiges, gesundes Langhaar-Meerschweinchen (Quelle: Christoph Lenart/pixelio.de)


Nachdem im ersten Teil über allgemeine Haltungsbedingungen und Ernährung gesprochen wurde, beschäftigt sich der 2. Teil mit möglichen Krankheiten, die Meerschweinchen bekommen können.

Um es vorweg zu sagen, Meerschweinchen haben eine an sich stabile Gesundheit bis ins hohe Alter (ca. 8-10 Jahre, es wurden aber auch schon 15 Jahre und mehr gemeldet). Wenn ein Meerschweinchen krank wird, so handelt es sich oftmals um eine Faktorenerkrankung. Dieses bedeutet, dass die Haltungs- oder Fütterungsbedingungen für das Tier/die Tiere unzureichend sind, was oftmals aus Unwissenheit oder auch Nachlässigkeit geschieht. Für eine Lösung des Problems „Unwissenheit“ dient u. a. dieser Informationsartikel. Zum Problem „Nachlässigkeit“ gilt zu bemerken, dass wir als Betreuer und Halter von Heimtieren die Verantwortung für unsere zwei- und vierbeinigen Freunde haben. Auch wenn der vermeintliche „Wert“, der i. d. R. als Kaufpreis definiert ist, für viele Heimtiere eher gering ist, so haben wir dennoch eine Verpflichtung gegenüber den Tieren, ihnen ein artgerechtes und lebenswertes Dasein zu gewährleisten. 

Was sind nun die Hauptgründe, warum ein Meerschweinchen dem Tierheilpraktiker oder Tierarzt vorgestellt werden? 

Die Ergebnisse einer Untersuchung zeigen folgendes Bild (%-Wert entspricht Häufigkeit der Fälle):

                                     

Allgemeine Hauterkrankungen                                       34%

Erkrankungen des Verdauungstraktes                            33%

Atemwegserkrankungen                                                10%

Erkrankungen der Geschlechtsorgane                              5%

Erkrankungen des Bewegungsapparates                          4%

Augenerkrankungen                                                        2%

Harnleitererkrankungen                                                   1%


Darüber hinaus wurden medizinische Leistungen in Anspruch genommen für:

 

Krallenschneiden                                                           7%

Allgemeine Untersuchung/Beratung                                 3%

 

Gesunde, "Schweinchennase"       Verletzungen am Auge können durch hartes Stroh hervor

ohne Verklebungen                       gerufen werden (Quelle, beide Fotos: Etak/pixelio.de)

 

Eigene Erfahrungen aus dem  laufenden Praxisbetrieb zeigen, dass Meerschweinchen öfters mit Parasitenbefall (Haarlinge, Milben, Flöhe) vorgestellt werden. Diese teilweise sehr massiv auftretenden "Mitbewohner" müssen konsequent, aber für das Meerschweinchen schonend bekämpft werden, da einerseits die Parasiten das Tier stark belästigen und im Verlauf auch schädigen, andererseits aber viele Parasitenmittel für Meerschweinchen ungeeignet oder gar lebensbedrohend sind. Unsere dringende Empfehlung: Keine Eigenbehandlungen mit irgendwelchen Mitteln vornehmen - eine Vorstellung aller Tiere ist hier zwingend notwendig.


Meerschweinchen lassen Krankheitsanzeichen erst sehr spät erkennen. Dieses ist ein Teil ihrer Überlebensstrategie, da frei lebenden Artgenossen, welche ja innerhalb einer Sippe leben, ein krankes Tier sofort ausschließen. Daher ist es wichtig, dass bei einer Krankheits-auffälligkeit zeitnah Gegenmaßnahmen bei den kleinen Gesellen eingeleitet werden.

Hier sollte man bei Unsicherheit lieber einmal zuviel zum Tierheilpraktiker gehen, als dass Risiko einer Krankheitsverschleppung einzugehen.

Ein seriöser Tiermediziner wird Ihnen ehrlich sagen, dass Ihre Sorgen vielleicht unbegründet waren oder eine sofortige Behandlung einleiten. Viele Krankheiten, die frühzeitig behandelt werden, sind mit verschiedenen Naturheilmitteln sowie -therapien sehr gut zu heilen.  

Damit Ihnen ein frühzeitiges Erkennen und eine Beurteilung einer vermeintlichen Krankheit möglich ist, zeigt die nachfolgende Übersicht die am häufigsten auftretenden Einzelerkrankungen auf.                          

(Abkürzung THP=Tierheilpraktiker)

Krankheitsbild
Ursache
Mögliche Symptome
Was ist zu tun
Haarausfall und
kahle Stellen ohne
Juckreiz
Ernährungs-
problem
(z.B. zu wenig Rohfasern, Vit. B)
Haarlose Stellen an
unterschiedlichen 
Stellen, sonst
unauffällig
Optimierung der
Futtermittel, Beratung
durch THP
Haarausfall mit Juck-
reiz, Hautveränderungen
Parasitenbefall,
Hautpilzbefall,
Allergie
Struppiges Fell, Haarausfall, Hautschuppen, starker Juckreiz, Abmagerung,
Hautrötung, Hautentzündung,
Krustenbildung
Unbedingte Vorstellung
beim THP, hier ist eine Diagnose und spez.
Therapie notwendig
Pododermatitis
(Entzündungen im 
Fußsohlenbereich
Pflege- und Haltungsmängel,
Ernährungsmängel,
Übergewicht
Schmerzhafte Entzündungen
an den Pfoten
Optimierung der
Haltungs- und Fütterungs-
bedingungen, Wund-versorgung durch THP
Lippengrind
Hauptsächlich ernährungs-bedingt (Fehlen von Vit. C oder/und ungesättigte Fettsäuren), u. U. zu viel Frisch-futter, Stress, Milben (selten)
Schorfige Lippen,
Mundwinkel und
Nase, später oft mit bakterieller Sekundärinfektion
Optimierung der Ernährung, Vorstellung beim THP
Abzesse, Geschwüre,
Grützbeutel
Unterschiedliche Ursachen
Geschlossene oder
offene Beulen unterschiedlicher Größe
Vorstellung beim THP, Entfernung, Eröffnung
Otitis (Ohrenentzündungen)
Bakterien, Milben, Pilze, Verletzungen, Übermäßige Ohrschmalzbildung
Juckreiz, Kopf-
schütteln, starke
Talgbildung, (sichtbar schmutzige Ohren)
Vorstellung beim THP, regelmäßige Ohrenreinigung und medikamentöse Behandlung
Zahnanomalien
Mangelhafte Abnutzung,
angeborene Fehlstellungen
Vermehrter Speichelfluss, rückläufige Nahrungs-aufnahme, Fressunlust, Abmagerung, Schwäche
Vorstellung beim THP, Zahnkorrektur
Blähungen
zu schnelle Futterum-
stellung, übermäßige
Grünfütterung
Bauchschmerzen, aufgegaster Leib,
flache Atmung
Fütterungsentzug für
24 Std., nur Heu geben,
Vorstellung beim THP
Darmparasiten (Würmer)
Über Wiese und Heu übertragene Würmer
Zunächst kaum erkennbar, später zunehmende Schwäche, ggf. sichtbare Wurmeier im Stuhlgang
Abklärung durch THP,
medikamentöse Behandlung, Futter-mittelbezug ändern (Heu, Wiese)
Hitzschlag
Übermäßige Hitzeeinwirkung (Sonne)
Beschleunigte Atmung,
erhöhter Kreislauf,
zunächst panisches, dann mattes Verhalten
Maßvolle Abkühlung,
ggf. kalte und feuchte
Umschläge, viel zu
Trinken anbieten, im
Notfall sofort zum THP
Mangelerkrankungen
Mangel an: Eiweiß,
Vitamin (A,
B-Komplex, C, D, E, K) Kalzium, Kalium, Natrium, Magnesium,Eisen, Jod
Verschiedene vielseitige Symptome
Ernährung optimieren, Vorstellung beim THP,
Vereinbarung eines geeigneten Fütterungsplans
Übermäßiges Krallenwachstum
Ungenügende Abnutzung, zu weiche Untergründe, zu wenig Bewegung
Übermäßige Krallen-länge, Korkenzieher-
krallen, Krallendeformationen
Fachgerechte und regelmäßige Krallenkürzung durch THP

.

Die Erhaltung einer dauerhaften Vitalität basiert auf den vier Säulen einer ordnungsgemäßen Tierhaltung. Jede ist wichtig und nur zusammen kann eine stabile Gesundheit sichergestellt werden.

                                            1. Artgerechte Haltung

                                            2. Artgerechte Ernährung

                                            3. Regelmäßige Pflege

                                            4. Regelmäßige Gesundheitskontrollen 

 

Gesund und lebensfrohe Meerschweinchen (Quelle: Streekie/pixelio.de)


Es bedeutet nicht viel Aufwand Meerschweinchen zu pflegen. Mit der richtigen Konsequenz werden Sie lange Freude an gesunden und vitalen Tieren haben. Falls Sie noch weitere Informationen zum Thema Meerschweinchen haben möchten, so stehen Ihnen viele, je nach Zielgruppe, altersgerecht verfasste Bücher zu Verfügung – passend für jeden Geldbeutel. 

Wenn Sie Fragen haben- sprechen Sie und an.

 

Viel Freude und Spaß mit gesunden Meerschweinchen (Quelle: Sonja Winzer/pixelio.de)


 

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Do 

10-13 Uhr

Sa

10-13 Uhr

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Hausbesuche nach Vereinbarung.