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Meerschweinchen - Tipps zur Gesundheitserhaltung Teil 1 -   

  

Meerschweinchen - beliebt bei jung und alt (Quelle: nobbymg/pixelio.de)


Meerschweinchen gehören zu den beliebtesten Heimtieren und werden in vielen Haushalten gehalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob die kleinen Nager ein glattes Fell haben, zu den Rosettenschweinchen gehören oder ein- bzw. mehrfarbig sind. Sie sind alle insgesamt für eine Wohnungshaltung und ideal für Kinder geeignet, da sie ein zutrauliches, verschmustes und robustes Wesen haben und darüber hinaus über eine stabile Gesundheit verfügen. Um diese vorhandene Vitalität dauerhaft zu erhalten, müssen jedoch einige Punkte berücksichtigt werden; dann können die kleinen Nager durchaus 10 Jahre und älter werden (es wurden auch schon Schweinchen mit 15 Jahren gemeldet).

Wenn ein Meerschweinchen krank wird, so findet sich die Ursache hierfür überwiegend in Haltungs- und Fütterungsfehlern. Daher ist es auch bei der Haltung von Meerschweinchen sehr wichtig, möglichst optimale Milieubedingungen sicherzustellen. Schon bereits bei der anfänglichen Planung (Spontananschaffungen sollten bei Heimtieren ausgeschlossen sein) ist dieses zu berücksichtigen. So sollte man auf eine Einzelhaltung der geselligen und in Rudeln lebenden Nager grundsätzlich verzichten. Untersuchungen haben gezeigt, dass Einzeltiere deutlich krankheitsanfälliger sind, unangenehme Eigenarten entwickeln können und auch eine geringere Lebenserwartung haben. Daher sollte in den Überlegungen unbedingt die Haltung von 2 oder mehr Tieren einbezogen werden. Mehrkosten und der kaum höhere Pflegeaufwand für ein zweites Tier sind nicht bedeutend und wiegen künftige Heilbehandlungskosten mehr als auf. Der Hauptlebensraum wird bei Wohnungshaltung der Käfig sein, der als Mindestmaß für 2 Tiere 100 x 50 cm betragen sollte (besser jedoch größer). 

 

 Den Käfig nicht zu klein wählen und auch an einen geeigneten Unterschlupf denken

(Quelle: links: Merris/pixelio.de, rechts: Uschi Dreiucker/pixelio.de) 


Mit etwas Geschick lässt sich der Lebensraum durch den Einbau einer „zweiten Ebene“ im Käfig vergrößern. Geeignetes Zubehör ist im Fachhandel erhältlich. Ein Schlafhäuschen sollte dabei immer berücksichtigt werden, da Meerschweinchen zu den Fluchttieren gehören und einen Unterschlupf nicht nur zum Schlafen, sondern auch als Zufluchtsort benötigen. Das handelsübliche, angebotene Einstreu (keine staubigen Sägespäne aus der Schreinerei (kann zu Erkrankungen des Respirationstraktes führen) muss täglich gereinigt werden. 

 


 

Auf geeignetes Streu achten!                 Im Sommer fühlen sich Meerschweinchen auch im Freien (Quelle: Maja Dumat/pixelio.de)            wohl. Bitte aber eine ausreichende Abschattung vor zu starker                                                                      Sonneneinstrahlung sicherstellen!

                                                                     (Quelle: Lizzy Tewordt/pixelio.de)


Dass täglich frisches Futter und Wasser angeboten werden muss, versteht sich von selbst (auch das Wasser in größeren Spendern muss täglich erneuert werden!). 

Besonderes Augenmerk sollte auf die Ernährung der kleinen Gesellen gelegt werden. Hierfür muss man wissen, dass Meerschweinchen ein hoch spezialisiertes Verdauungssystem haben. Der Darm verfügt nicht über eine ausreichende Muskulatur, daher ist ein fortlaufendes Nachschieben von Futterbestandteilen notwendig, was nur durch fast ständiges Fressen sichergestellt werden kann.

Durchschnittlich nimmt ein gesundes Meerschweinchen ca. 60-80 Mahlzeiten am Tag ein, Futtermangel führt zu Verdauungsstörungen und ist unbedingt zu vermeiden.

Die eigentliche Verdauung der aufgenommenen Nahrung geschieht im Dünndarm, der beiden kleinen Nagern extrem lang ist (1,5 m!), unter Einbeziehung verschiedener Enzyme.

Eine vollständige Nahrungsverwertung ist hier, im Gegensatz zu vielen anderen Tieren, aber nicht möglich. Große Teile des vorverdauten Nahrungsbreies wandern in den für Meerschweinchen überaus wichtigen und großen Blinddarm. Hier wird der sog. Blinddarmkot gebildet, der - wieder gefressen - unsere Nager mit lebensnotwendigen Stoffen (Vitamine etc.) versorgt. Dieses Kotfressen ist normal und darf daher unter gar keinen Umständen unterbunden werden!

Eine weitere Besonderheit bei Meerschweinchen ist die Unfähigkeit,Vitamin C selbstständig zu bilden (z. B. im Gegensatz zu Kaninchen), hier muss die Zuführung über das angebotene Futter oder Trinkzusätze erfolgen; sonst wird u. a. das Immunsystem stark geschädigt.


 


 

Hervorragende Vitaminlieferanten - Paprika (alle Farben) Hagebutten und Grünkohl

(Quelle: links: Andreas Morlok/pixelio.de, Mitte: Knipseline/pixelio.de, rechts: Gnubier/pixelio.de)


Bedingt durch den komplizierten Verdauungstrakt, reagieren Meerschweinchen besonders empfindlich auf zu schnelle Futterumstellungen (z. B. im Frühjahr plötzlich viel Frischfutter); die Umstellung muss in kleinen Schritten geschehen. Auch ist es falsch, bei einem vermehrten Angebot an Frisch- oder Grünfutter auf  Rohfutter (Stroh/Heu) zu verzichten. Die Rohfasern sind für eine geregelte Verdauung sehr wichtig, viele Meerschweinchen reagieren bei fehlendem Angebot mit dem Herauszupfen und Fressen des eigenen Felles (ist unzureichender Ersatz und führt zu Hautproblemen).

 


              Rohfutter (Stroh/Heu) und eine ausgewogene Zusammensetzung aus Grün- und

 Salatfutter ist das Erfolgsrezept für eine gesunde Ernährung von Meerschweinchen

(Quelle: links: Kurt Bouda/pixelio.de, rechts: Streekie/pixelio.de)


Durch Beachtung der nachfolgend aufgestellten Punkte sollten fütterungsbedingte Erkrankungen nahezu ausgeschlossen sein.

 

1. Grün- und Saftfutter stets frisch verfüttern (nach 30 Min. entfernen). Dabei kann Saftfutter

(Obst und Gemüse, nur gründlich gewaschen reichen) aus folgenden Sorten bestehen Auswahl):

Gemüse: Chicoree, Broccoli, Feldsalat, Fenchel, Grünkohl, Kohlrabi (auch das Grün),       Maiskolben, Möhren, Paprika (alle Farben), Salat, Salatgurke, Spinat (in geringen Mengen), Sellerie, Steckrüben.

Obst (in Maßen): Apfelstückchen, Birnen, Cranberries, Erdbeeren, 
Himbeeren-Brombeeren-Johannisbeeren (in geringen Mengen)
Kräuter: Dill, Gänseblümchen, Gras (frisch), Kamille, Kerbel, Liebstöckel, Löwenzahn, Majoran, Melisse, Oregano, Petersilie (besonders wichtig wegen des 
enthaltenen 

Vitamin C), Pfefferminzblätter

 

Darüber hinaus kann hartes Brot gereicht werden, in kleinen Mengen Hundekuchen, eine         Körnermischung kann aus Mais, Gerste, Hafer, Weizen, Haferflocken, gekochten Reis und Kartoffelflockenkleie bestehen.

 

2. Futter immer richtig anbieten, d. h. nicht eiskalt aus dem Kühlschrank, keine Konserven, nichts Gekochtes/ Gebratenes anbieten, kein Tiefkühlgemüse, zu regelmäßigen Tageszeiten füttern, Heu/Grünzeug etc. in eine Raufe geben

 

3. Abwechslungsreiche Fütterung sicherstellen, d. h. Fertigfutter (kl. Mengen) mit Grün-/Saftfutter und immer Rohfutter (Heu/Stroh)

 

4. Plötzliche Futterumstellungen (Anteilsverschiebungen) unbedingt vermeiden

 

5. Vorsicht bei selbst gesammeltem Futter (Straßenrand > Abgase,  Wiesen > Tierexkremente,  Felder > Dünge/Spritzmittel)

 

6. Täglich frische Nahrung anbieten (Futter und Wasser)

 

7. Für ausreichende Bewegung sorgen, wie auch bei uns Menschen funktioniert der Verdauungsapparat am besten unter Bewegung. Aktive Tiere bleiben vital und gesund

 

8. Ist eine Gewährleistung einer ausreichenden Vitamin C Versorgung über die angebotene Nahrung nicht gegeben (Wintermonate) muss dem Trinkwasser täglich 20 mg Ascorbinsäure und 100 mg Zitronensäure pro 100 ml zugesetzt werden. 

 

Gesund und vitale Meerschweinchen - eine Freude für uns Menschen (Quelle: Sonja Winzer/pixelio.de)

 

Wenn Sie noch Fragen zum Thema Haltung und Fütterung von Meerschweinchen haben, sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne weiter.

 

Ihre Tierheilpraxis Materia Medica 


 

 

Kontakt:   

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Thomas Freund

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