Informationen und Service für interessierte Tierhalter


 Magen- und Darmerkrankungen

– hausgemachte Probleme bei unseren Haustieren?

 

Nahrungsaufnahme und Verdauung – wichtige Vitalfunktionen


Ohne eine ausreichende Nahrungsaufnahme kann ein Organismus auf Dauer nicht existieren und die Aufrechterhaltung seiner Lebensfunktionen sicherstellen. Neben Quantität und Qualität der aufgenommenen Nahrung spielt auch die Art und Weise der Verstoffwechselung der einzelnen Nährstoffe hierfür eine große Rolle. 

 

Quantität und Qualität bei der Futtermittelauswahl – ein ernst zu nehmendes Thema


Liegen Funktionsstörungen, Erkrankungen, Unverträglichkeiten, längerfristige Mangel- bzw. Überversorgungen etc. vor, ist eine entsprechende Nährstoffversorgung nicht möglich und der Organismus wird im Zeitverlauf nachhaltig geschwächt. 

Dieses kann dann Tür und Tor für sekundäre Erkrankungen öffnen, welche wiederum den Organismus negativ beeinflussen, das Lebewesen wird zunehmend schwächer und der letale Verlauf nimmt seinen Weg.

Bestehen Probleme im Magen- oder im nachgelagerten Darmbereich ist eine entsprechende Verdauung und somit notwendige Energieversorgung nicht mehr gegeben. 

Insbesondere bei länger anhaltenden oder gar chronischen Verläufen kann eine ernsthafte Schädigung eintreten, welche final mit dem Dahinscheiden des Tieres enden kann.

Insofern sollten den Verdauungsorganen ein besonderes Augenmerk zukommen und  auftretende Probleme oder Störungen mit einem Tiermediziner besprochen werden. 

Dieses ist umso wichtiger, da es eine Vielzahl von Ursachen gibt, welche nur durch einen medizinisch ausgebildeten Fachmann diagnostiziert und effektiv behandelt werden kann.

Der nachfolgende Beitrag soll einen Einblick in die Vielfältigkeit dieses Themas  geben und

dem interessierten Tierhalter Anhaltspunkte im Verdachtsfall aufzeigen. 


Der Verdauungsverlauf – von der Aufnahme bis zur Ausscheidung der Nahrung

 

Von der Nahrungsaufnahme bis zur Ausscheidung sind viele Prozesse erforderlich (Quelle links: I.Glöckel, pixelio.de, rechts: Uschi Dreiucker, pixelio.de)


Wenn von Verdauungsproblemen gesprochen wird, so denkt man in erster Linie an die Verdauungsorgane Magen und Darm, die auch Schwerpunkt dieses Beitrages sein sollen.

Allerdings beginnt die Verdauung bereits in der Mund- bzw. Maulhöhle, dort wo die  Nahrung zerkleinert wird und bei uns Menschen und vielen Wirbeltieren durch ein Enzym (α-Amylase) die Kohlehydratverdauung beginnt. 

Durch die Speiseröhre wird die zerkleinerte und vorverdaute Nahrung durch die Peristaltik der vorhandenen Ring- und Längstmuskulatur in den Magen befördert. Dort finden weitere Verdauungsprozesse statt. 

Der Magen hat für die Verdauung mehrere Aufgaben. Als Auffangreservoir für die Nahrung sorgt er für die Vermischung mit dem Magensaft. Er produziert Salzsäure, welche der Aktivierung des Eiweiß spaltenden Enzyms Pepsinogen so wie der Desinfektion der Nahrung dient. 

Der Nahrungsbrei gelangt nun in den Dünndarm welcher aus den Teilbestandteilen Zwölffingerdarm (Duodenum) und den oberen (Jejunum) und unteren (Ileum) Abschnitt besteht. Hier erfolgt hauptsächlich der chemische Abbau der Nährstoffe durch Enzyme der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und die Absorption in das Blut.

Durch peristaltische Wellenbewegungen wird der Darminhalt in den nachfolgenden Dickdarm (Colon) weitergeleitet. Dort findet durch Flüssigkeitsentzug eine Eindickung des Darminhaltes zu Kot statt, welcher schließlich über den Enddarm (Rektum) und After ausgeschieden wird. Neben den bereits aufgeführten Organen ist  am Verdauungsprozess auch maßgeblich die Leber beteiligt (produziert die zur Fettverdauung erforderliche Galle, welche in der Gallenblase gespeichert wird).

Betrachtet man die vielen Verdauungsabschnitte, welche von anderen Organen und Funktionen abhängig sind, so lässt sich leicht einschätzen, wie umfangreich mögliche Ursachen für Verdauungsstörungen sein können. Ein Durchfall oder Erbrechen kann daher auf viele unterschiedliche Gründe zurück zuführen sein.

 

Die Nahrung passiert unterschiedliche Verdauungsabschnitte (Quelle: Sylvia Dauborn, Schematische Darstellung der Lage innerer Organe beim Säugetier, Lehrbuch für Tierheilpraktiker, Sonntag Verlagsbuchhandlung Stuttgart)


 

Erkrankungen des Magens

 

Bereits im ersten größeren Abschnitt des Verdauungsprozesses, dem Magen, können Erkrankungen unterschiedlicher Ursachen auftreten. Es ist einleuchtend, dass eine optimale Futterverdauung nicht stattfinden kann, wenn bereits schon hier Probleme bestehen.

Da die Physis einzelner Tiergattungen sehr unterschiedlich sein kann z. B. Fleischfresser (Carnivore),  Pflanzenfresser (Herbivore), Allesfresser (Omnivore) und bestimmte Tierarten darüber hinaus weitere Besonderheiten aufweisen (z. B. Wiederkäuer, Vögel etc.) sind demnach auch unterschiedliche Erkrankungsursachen möglich und zu beachten. Nachfolgend sollen in diesem Beitrag Magen- und Darmerkrankungen bei Haus- und Heimtiere betrachtet werden

 

Ursachen für Magenerkrankungen

 

Die möglichen Gründe für eine Magenerkrankung bei unseren Haustieren ist vielschichtig und komplex. Eine wesentliche Ursache für Magenprobleme liegt in der Ernährung, aber auch Endoparasiten, Allergien, Fremdkörper u. a. können Auslöser für Erkrankungen des Magenbereiches sein. 

Oftmals besteht ein direkter oder indirekter Zusammenhang mit auftretenden Störungen im Darmbereich. Die nachfolgende Übersicht zeigt Hauptursachen ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. 

 

  • zu kalte oder heiße Nahrung bzw. Flüssigkeit
  • zu reichlich gewürzte Nahrung
  • verdorbene Futtermittel
  • Futteraufnahme unter Angst oder Stress
  • langfristig einseitige Fütterung
  • Aufgenommene Fremdkörper
  • Vergiftungen
  • Allergien
  • Endoparasiten                                                                                                                       > Würmer (z. B. verschiedene Arten von Rund-, Band-, Saugwürmer)                             > Protozoen (z. B. Giardiose, Kokzidiose, Tritrichomonas foetus, Cryptosporidiose, Toxoplasmose, Sarcocystose, Amöben)
  • Entzündliche Erkrankungen (akute/chronische Gastritis, Ulcus ventriculi / Magengeschwür)
  • Magenüberladung (>Magendilatation)
  • Magendrehung
  • Magenruptur infolge Überladung oder Unfall
  • Ausstrahlende Erkrankungen durch primär andere Ursachen (Leber, Bauchspeicheldrüse, Darm)
  • Begleitsymptome einer Infektionserkrankung (z. B. FIP)
  • Psychisch bedingte Ursachen (Stress, Angst, Überforderung, suboptimale Haltungsbedingungen)

 

Stark gewürzte Nahrungsmittel, oder sehr einseitige Fütterung können Magenprobleme verursachen (Quelle links: Klaus Steves, pixelio.de, rechts: Haushalttipps.net, pixelio.de)

 

Verschluckte Fremdkörper können sehr problematisch werden (Quelle: Regina Kaute, pixelio.de)


 

Psychischer Stress durch suboptimale Haltungsbedingungen können Magenerkrankungen auslösen


Symptome bei Magenerkrankungen

 

Die nachfolgend aufgeführten Symptome bei Magenproblemen können sowohl einzeln oder aber auch in Kombination auftreten und unterscheiden sich teilweise hinsichtlich Ursache der Erkrankung. 

Auch kann die Intensität je nach Ursache oder Stadium der Erkrankung unterschiedlich sein. 

Im Verdachtsfall sollte möglichst zeitnah eine Abklärung mit Ihrem Tiermediziner erfolgen um eine Ausbreitung bzw. Verschlimmerung der Erkrankung entgegen zu wirken.

 

  • Appetitmangel, im Zeitverlauf Abmagerung
  • wechselnde Fresslust
  • Erbrechen
  • häufiges Gähnen
  • Husten oder Würgen
  • Mundgeruch
  • vermehrtes Speicheln
  • vermehrtes oder vermindertes Trinkverhalten
  • vermehrtes Fressen von Gräsern/Kräutern
  • Blähungen / Flatulenz
  • in Verbindung mit Durchfällen
  • Abdominalschmerzen / Krämpfe / Koliken 

 

Uns ist so schlecht!


Erkrankung des Darms

 

Im Darm findet final die eigentliche Verdauung statt. Die Futtermittelbestandteile werden aufgespalten, die einzelnen Nährstoffe werden über die Darmschleimhauti n das Blut bzw. Lymphe weitergegeben, damit eine Energieversorgung des Organismus sichergestellt wird.

Unverträgliche, unpassende oder gar schädliche Stoffe werden schnell hinausbefördert, was sich dann beispielsweise in spontanen Durchfällen zeigt. 

Hinsichtlich der nachfolgend aufgeführten Ursachen zeigen sich viele Parallelen zu den oben aufgeführten Gründen von Magenerkrankungen und lassen sich dann oftmals als übergreifende Erkrankung des Gastrointestinaltrakt (also des ganzen Verdauungstraktes) zusammenfassen.  

 

  • Futtermittel-Unverträglichkeiten (bestimmte Proteine, Getreide, Zusatzstoffe etc.)
  • Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen
  • Vergiftungen
  • Reaktionen auf Medikamenteneinsatz (z. B. Antibiotika etc.)
  • Allergien
  • Endoparasiten                                                                                                                       > Würmer (z. B. verschiedene Arten von Rund-, Band-, Saugwürmer)                           > Protozoen (z.B. Giardiose, Kokzidiose, Tritrichomonas foetus, Cryptosporidiose, Toxoplasmose, Sarcocystose, Amöben)
  • Entzündliche, meist chronische Erkrankungen u. a.                                                                > IBD (Inflammatory bowel disease)                                                                              LPE (Lympho-plasmozytäre Enteritis)                                                      > Granulomatöse Enteritis (ähnlich Morbus crohn)                                          > Eosinophile Enteritis / Enterokolitis
  • Aufgenommene Fremdkörper
  • Darmverwicklungen oder Darmverschluss
  • Ausstrahlende Erkrankungen durch primär andere Ursachen (Leber, Bauchspeicheldrüse, Magen)
  • Begleitsymptome einer Infektionserkrankung (z. B. FIP)
  • Psychisch bedingte Ursachen (Stress, Angst, Überforderung, suboptimale Haltungsbedingungen)

 

Getreidezusätze im Futter oder Medikamente – z. B. Antibiotika, können zu erheblichen Darmproblemen führen (Quelle links: Dieter Schütz, pixelio.de, rechts: BloodyMary, pixelio.de)

 

 

Giardien (links Zyste, rechts ausgewachsene Giardia) oder Würmer können empfindliche Störungen im Darmtrakt verursachen (Quelle rechts: Flukeman, wikipedia.org)


 

Psychische Faktoren, wie Angst können Darmprobleme verursachen


Symptome bei Darmerkrankungen

 

Neben den optisch und geruchlich wahrnehmbaren Symptomen (z. B. Durchfälle, Flatulenz)

können Darmerkrankungen auch schmerzhafte Symptome zeigen.

Dabei kann das Allgemeinbefinden extrem eingeschränkt sein und das Tier einen deutlich sichtbaren Erkrankungszustand zeigen. 

Länger anhaltende Erkrankungen, z. B. Durchfälle, bilden die Basis für teils lebensbedrohende Folgeerscheinungen (Dehydration, Verlust Elektrolyte, Kreislaufzusammenbruch etc.). 

Auch die nachfolgend aufgeführten Symptome können einzeln oder gemeinsam in unterschiedlicher Intensität und je nach Schwere der Erkrankung auch mit den oben aufführten Symptomen (Magenerkrankungen) auftreten. 

Die somit gezeigte Komplexität dieser Erkrankungen verdeutlicht die Notwendigkeit der Konsultation eines Tiermediziners. 

 

  • Diarrhö / Durchfälle
  • Obstipation / Verstopfung
  • Flatulenz / Blähungen
  • Abdominalschmerzen / Krämpfe / Koliken
  • Niedergeschlagenheit, Apathie
  • Blutbeimengungen im Kot
  • Schleimbeimengungen im Kot
  • Würmer (bzw. Wurmteilabschnitte) im Kot
  • Farbe des Kots (dunkel oder hell)
  • Schmerzen beim Kotabsatz
  • extrem riechender Kot 

  

Verstopfung, Durchfall und Blähungen/Flatulenz – Symptome einer gestörten Verdauung


Diagnosemöglichkeiten von Magen- und Darmerkrankungen


Auf die Notwendigkeit einer Konsultation bei einem Tiermediziner im Verdachtsfall wurde bereits hingewiesen. Für die Erstellung einer seriösen und vollständigen Anamnese wird

zunächst mit der erforderlichen Diagnose begonnen. 

In vielen Fällen zeigen sich bereits Ergebnisse nach Aufnahme der klinischen Symptome und der Untersuchung durch den Tiermediziner. 

Es können bei Notwendigkeit auch weiterführende Ergebnisse von Kot- und Blutuntersuchungen hinzu gezogen werden. 

 

Eine gründliche Anamnese und ggf. anschließende Untersuchungen sind die Basis für eine erfolgreiche und nachhaltige Therapie


Im Einzelfall muss ggf. eine bildgebende Diagnostik durch Ultraschall-, Röntgen- oder Kontraströntgenaufnahmen erfolgen. 

Weitere Untersuchungsmöglichkeiten wäre die Endoskopie von Magen und / oder Darm oder invasive Untersuchungsmethoden (Biopsie / Gewebeprobenentnahme).

Bei Verdacht auf Futtermittelunverträglichkeiten erfolgt die Diagnose durch eine konsequente Ausschlussdiät, die zeigt auf welche Nahrungsmittel negativ reagiert wird.

 

Notwendigkeit einer zeitnahen Behandlung

 

Magen- und Darmerkrankungen treten nicht immer spontan auf und zeigen sich durch deutliche und akute Symptome (z. B. Durchfall).

Einige  Erkrankungen entwickeln sich schleichend, fast unbemerkt zu chronischen Formen und erst spätere, sekundäre Symptome wie Abmagerung, schlechter Allgemeinzustand, Fellprobleme, Infektionshäufigkeit, Apathie, Mangelzustände etc. werden vom Tierhalter wahrgenommen. 

Spät entdeckte Erkrankungen können nachhaltig die Lebensqualität und auch die Lebenserwartung Ihres Tieres beeinträchtigen. 

Eine simple aber unbehandelte Verwurmung beinhaltet beispielsweise folgende Beeinträchtigungen, die im Zeitverlauf immer intensiver werden. 

 

  1. Nährstoffentzug (das was Ihr Tier benötigt wird durch die Parasiten entzogen)
  2. Reizung der Magen- und Darmschleimhaut (Potential zur Entstehung von Entzündungen)
  3. Organschädigung durch Körperwanderung (einige Parasitenarten verbleiben nicht im Magen-/ Darmtrakt sondern parasitieren in anderen lebenswichtigen Organen)
  4. Mechanischer Darmverschluss (kann bei hohem Parasitenaufkommen oder bei einer unangepassten Abtötung der Parasiten vorkommen)
  5. Toxinfreisetzung bei Behandlung / Abtötung (die Belastung kann je nach Masse der abgetöteten Parasiten für das Tier sehr hoch sein)

Ähnliche negative Entwicklungen gelten auch für andere nicht zeitnah behandelte Magen- und Darmerkrankungen.

Zu bedenken ist auch die Tatsache, dass  80% der Immunzellen im Darm beheimatet sind.

Somit wirken sich nachhaltige Magen- und Darmerkrankungen direkt beeinträchtigend auf das Immunsystem aus und öffnen damit anderen Infektionen und Erkrankungen Tür und Tor.

Es entsteht eine unheilvolle Krankheitsspirale die es zu verhindern gilt.

 

Große Teile des Immunsystems sitzen im Darm, daher führen länger anhaltende Darmerkrankungen oftmals zu einem schwachen Immunsystem und Infektanfälligkeiten


 

Je früher und konsequenter eine spezielle Behandlung eingeleitet wird umso positiver ist die Prognose bzw. geringer die Gefahr von chronischen Verläufen bzw. Folgeschädigungen.

 

Möglichkeiten einer naturmedizinischen und ganzheitlichen Behandlung


Viele Magen- und Darmerkrankungen lassen sich sehr gut naturmedizinisch behandeln und verringern so das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen oder anderer negative Begleitumstände. 

Je nach Art der Erkrankung können Mittel aus der Homöopathie, Phytotherapie, TCM, Mykotherapie (Heilpilze), biochemische Medikamente, kolloidales Silber etc. erfolgreich eingesetzt werden, was im Einzelfall ein entsprechend ausgebildeter Tiermediziner empfehlen wird. 

Auch können individuell zusammengestellte Kombinationen verschiedener Therapierichtungen sich gegenseitig verstärken und zu guten Resultaten führen. 

 

Magen- und Darmerkrankungen lassen sich mit den unterschiedlichen naturmedizinischen Therapieformen gut behandeln


Da neben den eigentlichen Krankheitssymptomen bei einer naturmedizinischen, ganzheitlichen Therapie der gesamte Organismus mit allen seinen Funktionen betrachtet und entsprechend der Diagnose behandelt wird sollte ein Tiermediziner einbezogen werden.

Sicherlich ist es vielleicht möglich z. B das Symptom „Durchfall“ mit speziellen Pulvern oder Tabletten zu behandeln, oftmals kann jedoch die eigentliche Ursache damit nicht nachhaltig

beseitigt werden und später treten die bekannten Probleme erneut auf. 

Die Gefahr eines chronischen Verlaufes und der Nachteil einer längeren und schwierigeren Behandlung wachsen gleichermaßen. 

 

Viele angebotene Magen-Darmpulver halten nicht immer was sie versprechen, eine akute Erkrankung kann dadurch unnötig verschleppt werden


Da es, wie oben aufgeführt, sehr viele Ursachen für Magen-Darmerkrankungen gibt (welche zudem oft auch kombiniert auftreten), ist eine seriöse und umfangreiche Anamnese von entscheidender Bedeutung. 

Auch die anschließende Therapie bzw. der erforderliche Medikamenteneinsatz muss individuell abgestimmt werden. 

So macht es kaum Sinn, bei häufigem Erbrechen oral verabreichte Medikamente zu geben, da sie schnell wieder „heraus“ gebracht werden und ihre Wirkungsweise nur unzureichend oder gar nicht stattfinden kann.

Bei massiven oder längeren Krankheitsverläufen bzw. älteren oder geschwächten Tieren ist es mit unter empfehlenswert unabhängig der eigentlichen Behandlung auch eine Immunsystem-aufbauende Kur einzuleiten. 

Auch sollten gegebenenfalls Maßnahmen berücksichtigt werden, welche den Körper und die Organe entgiften bzw. diese Prozesse unterstützen.

Nicht zu vernachlässigen sind die Bereiche Nahrung und Fütterung. 

Auch hier sollte eine Überprüfung hinsichtlich Eignung und Verträglichkeit stattfinden, da hier gemachte Fehler - meist unbewusst - häufig Ursache für Magen- und Darmprobleme sein können.  

 


 

Fütterungsfehler – oft Ursache von Magen- und Darmerkrankungen


Entsprechend ausgebildete Tiermediziner werden dieses in ihre Anamnese mit einbeziehen und gegebenenfalls einen individuellen Ernährungsplan erstellen.

So wie bei vielen Zeitgenossen psychische Faktoren negativen Einfluss auf Magen und Darm haben können (z. B. Durchfall vor Prüfungen, Magengeschwüre bei beruflichem Dauerstress etc.), so können auch bei unseren Haustieren psychische Komponenten Problemursache sein. Manche Tiere haben eine sehr niedrige Stressresistenz die sich dann durch die o. a. Probleme zeigt. 

Eine einseitige Behandlung des auftretenden Symptoms (z. B. Durchfall) wäre in diesem Fall unzureichend und würde zu keinem nachhaltigen Erfolg führen.

 

Resümee

 

Magen- und Darmerkrankungen sind eine häufige Erkrankung bei unseren Haustieren.

Da durch den Verdauungsprozess Energie und somit Lebenskraft dem Organismus zugeführt wird muss die Funktionsfähigkeit sichergestellt werden.  

Neben einigen speziellen primären Erkrankungen (z. B. Leber,Bauchspeicheldrüse etc.) liegt die Ursache häufig in den „von außen eingebrachte Faktoren“ (Parasiten, Futtermittel-unverträglichkeiten, Medikamente, Stress etc.) welche unterschiedliche Symptome hervorrufen können.

Unbehandelt führen derartige Erkrankungen zu einer allgemeinen Schwächung des Organismus und in Folge zu sekundären Erkrankungen durch Verringerung des Immunsystems. 

Unabhängig davon, dass derartige Erkrankungen für alle Beteiligten unangenehm und belastend sind, wird zunehmend die Lebensqualität des Tieres verringert und in Folge auch die Lebenserwartung.  

Daher sollten Erkrankungen des Verdauungstraktes im Rahmen ihrer Komplexität immer mit einem Tiermediziner besprochen werden. Insbesondere bei intensiven Symptomen oder, längeren bzw. wiederholten Krankheitsverläufen sollten Sie nicht zögern den Rat eines Tiermediziners einzuholen. 

Gleiches gilt bei sehr jungen, älteren oder besonders vorbelasteten Tieren, da hier derartige Erkrankungen unbehandelt einen fatalen Verlauf nehmen können. 

Rechtzeitig, gezielt und umfassend behandelt sind viele Erkrankungen in einem moderaten Zeitraum zu beheben, nur wenige und spezielle Erkrankungen bedürfen einer dauerhaften Therapie.

Die Wiederherstellung einer ungestörten und optimalen Verdauung führt zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität Ihres Haustieres und sollte daher unser gemeinsames Ziel sein. Insofern gilt der bekannte Spruch (etwas abgewandelt):


                                    „Liebe geht durch den (gesunden) Magen“ 
 


Falls Fragen zu diesem Themenbereich bestehen sollten können Sie uns gerne ansprechen.

 

Ihre Tierheilpraxis Materia Medica

 

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Thomas Freund

Tierheilpraktiker

 

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Sa

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