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Krank durch den Napf

Futtermittelallergien auf dem Vormarsch?

 

Viele Halter von Hunden und Katzen merken es gar nicht sofort bzw. Ihnen fällt erst im fortgeschritten Stadium auf, dass Waldi oder Miezi neben dem nervigen aber mittlerweile vertrautem Ohrenjucken nun auch Hautläsionen oder Entzündungen im Ohr bekommen hat.

Beim Tierarzt vorgestellt, bekommt der Liebling schnell eine kombinierte Antibiotika-Kortison-Spritze und man glaubt es kaum, schnell hört das nervige Kratzen auf, die Entzündungen gehen zurück. 

Leider wiederholt sich alles nach kurzer Zeit und das Spiel beginnt von neuem. Mit der verabreichten Spritze wurde zwar das Symptom der Erkrankung unterdrückt, keinesfalls jedoch geheilt. Im Gegenteil, das körpereigene Immunsystem wurde isoliert, ausgeschaltet, es konnte eine Selbstheilung gar nicht stattfinden.

In der Naturmedizin und unter Anwendung ganzheitlicher Gesundheitsansätze geht man andere Wege, die zwar längere Zeit in Anspruch nehmen, aber eine nachhaltige und vollständige Heilung im Zielfokus haben.

 

Läsionen am Ohr mit Fellverlust und Schwellungen, ausgelöst durch eine Futtermittelallergie (Quelle: Farbatlas der Hautkrankheiten bei kleinen Haustieren, G.T.Wilkinson, R.G.Harvey, Schlütersche Verlag Druckerei 1999)

 

Was passiert bei einer Futtermittelallergie?

 

In Form einer Überempfindlichkeitsreaktion reagiert das Immunsystem auf Futtermittel bzw. Bestandteile (Allergene). Die Allergie wird ausgelöst, in dem nicht vollständig verdaute (meist) Proteine die Darmwand passieren und eine allergische Reaktion hervorrufen. 

D. h. die erste Reaktion findet bereits im Darm statt, daher sind diese Allergien oftmals mit Durchfall verbunden.

Im Rahmen der Immunabwehr findet nun eine massive Histaminausschüttung statt. In Folge einer Kettenreaktion kommt es zu einer allergischen Reaktion an Haut und Schleimhäuten. 

Oftmals entwickeln sich Allergien über Jahre hinweg, zunächst gegen einen Futterbestandteil, dann gegen einen anderen, zweiten Bestandteil und z. B. durch geringfügige Rezepturveränderung des Futtermittellieferanten kommt nun ein dritter Bestandteil hinzu, der das Fass zu Überkochen bringt. Der ahnungslose Tierhalter steht diesem hilflos gegenüber, da er doch schon seit Jahren immer das gleiche „gute“ Futter gibt und nun auf einmal soll es krank machen – oftmals leider ja.

 

Wunde Schnauze durch Futtermittelallergie (Quelle: Farbatlas der Hautkrankheiten bei kleinen Haustieren, G.T.Wilkinson, R.G.Harvey, Schlütersche Verlag Druckerei 1999)


Vorgehensweise bei einer ganzheitlichen Diagnosestellung

 

Zunächst sollte eine umfassende Anamnese und Untersuchung erfolgen, die auch viele Fragen an den Halter einbezieht, daher sollte hierfür etwas Zeit eingeplant werden. Da es verschiedene Formen von Allergien gibt, ist das Ziel dieser Aktivitäten die Feststellung, ob es sich um

 

a)    eine atopische Dermatitis

b)    einer Flohbissallergie

c)    oder einer Futtermittelallergie Typ A oder Typ B 

 

handelt. In diesem Zuge werden sämtliche Beschwerden und Auffälligkeiten aufgenommen, da jede Allergie individuelle Ausprägungen und Ausprägungsstärken aufweist. Leider ist es kaum möglich per Blut-/Allergietest verlässliche Aussagen zu bekommen, auch wenn dieses immer wieder behauptet und versucht wird. Daher sind die klassische Eliminationsdiät und ggf. später der Provokationstest die Mittel der Wahl, begleitet durch Medikamente, die langsam aber gezielt die überzogene Immunreaktion zur normalen Reaktion zurück führen – hierzu aber noch später.

 

An welchen Stellen treten Allergien auf?

Allein oder in Kombination treten diese an folgenden Körperregionen auf. 

 

  1. Ohren – bei Futtermittelallergien fast immer betroffen, sie jucken, sind entzündet mit oder ohne Ausfluss, fühlen sich oft sehr warm an, zeigen ggf. Fellverlust und Pusteln
  2. Pfoten – bei Futtermittelallergien sehr oft betroffen, dem lästigen Jucken wird oftmals Bekauen und Intensivlecken entgegengesetzt – was zu blutigen Verletzungen mit Sekundärinfektionen führt.
  3. Kopf – bei Futtermittelallergien häufig betroffen, es können Schwellungen, insbesondere in den Schleimhäuten im Fang, im Rachenraum und Zunge und um die Augen auftreten. Typisch sind auch auftretende Rötungen und verklebte mit (Eiter-) Ausfluss versehende Augen/Nasenausgänge.
  4. Haut – bei Futtermittelallergien häufig betroffen, das Tier ist oft sehr sensibel hinsichtlich Berührungen, kratzt uns leckt sich häufig und intensiv – bis hin zu entstehenden, begrenzten Läsionen, häufig zeigen sich rötliche Pusteln, Verkrustungen bis hin zu massiven Geschwüren. Größere Wunden weisen einen unangenehmen „fauligen“ Geruch auf, es bestehen Sekundärinfektionen
  5. Fell – bei Futtermittelallergien häufig, oft aber erst später betroffen, es geht an den betroffenen Stellen aus was im direkten Zusammenhang mit den  Hautverletzungen zusehen ist. Ohne Behandlung ist der Fell-Wiederaufbau langwierig. 

 

Entwicklung der "Leckproblematik" als Folge einer Futtermittelunverträglichkeit. Links: Speichelflecke, Mitte: Erste Läsionen, Rechts: Deutliche Läsionen und Verletzungen (Quelle: Farbatlas der Hautkrankheiten bei kleinen Haustieren, G.T.Wilkinson, R.G.Harvey, Schlütersche Verlag Druckerei 1999)

 

Links: Massive Verletzungen an beiden Vorderpfoten, Rechts: Verkrustungen und Aloperzie an der Innenseite des Sprunggelenkes (Quelle: Farbatlas der Hautkrankheiten bei kleinen Haustieren, G.T.Wilkinson, R.G.Harvey, Schlütersche Verlag Druckerei 1999)


Neben diesen optisch wahrnehmbaren Stellen können Allergien Durchfall und Erbrechen auslösen (bis hin zu Entzündungen im Verdauungstrakt), was bis zu einem auftretenden lethargischen Verhalten führen kann, da das Tier sich einfach nicht wohl fühlt bzw. leger ausgedrückt „einfach nicht gut drauf ist“.

 

Welche Stoffe im Futter können Allergien erzeugen?

 

Hierzu muss man die Futtermittelallergie in zwei Typen unterscheiden. 

Beim Typ A (über)reagiert das Immunsystem gegen ein bestimmtes (Haupt-) Futtermittel 

(z. B.Soja). Typ A oder auch  „primäre Futtermittelallergie“ kommt in der Praxis etwas seltener vor.

Beim Typ B bzw. der sekundären Futtermittelallergie findet eine Reaktion gegen minderwertige Futterkomponenten (z. B. Reis minderwertiger Qualität) oder bestimmter Substanzen (z. B. Unverträglichkeit gegen Lock-, Geruchs-, Aroma-, Konservierungsstoffe) statt.

Während es bei Premiumfuttermitteln eher die Zusatzstoffe sind, so sind es bei Billigfutter-mittel eher mangelnde Fertigungshygiene oder minderwertige Produkte. 

 

Insgesamt kann festgehalten werden, dass allergieauslösende Futterbestandteile vor allem aus tierischen und pflanzlichen Proteinen (Eiweiße) und Kohlenhydrate bestehen. Hier an erster Stelle Rindfleisch und Milchprodukte, aber auch Fisch- Schweine-, Geflügel-, und Lammfleisch, Eier, Getreide- oder Sojaprodukte und natürlich die vielen Zusatzstoffe wie Farb-, 

Geschmacks-, Lock-, Geruchs- und Konservierungsstoffe.

Da der Handel mit Tiernahrungsprodukten sehr lukrativ ist und viele Verbraucher auch bereit sind, hohe Preise für die Ernährung ihrer Lieblinge zu bezahlen, bläst die Marketing- und Werbewirtschaft zum Kampf um Marktanteile und Umsatzrekordzahlen.

Dabei wird alles versucht, um Frauchen und Herrchen von den vermeintlichen Vorteilen der Produkte mit Hochglanzbildern, drolligen Werbespots und pseudowissenschaftlichen Erklärungen zu überzeugen.

Wenn das angebotene Futter dann wenigstens einen hohen Fleischanteil enthalten würde, wäre es ja i. O., aber oftmals enthalten selbst Top-Produkte wenig vom dem, auf was es primär ankommt, nämlich Fleisch! Die vielen anderen Bestandteile wie Getreide, Getreidenebenprodukte, Soja etc. sind für Hunde mitunter schlecht und für Katzen nicht verdaulich und gehören ganz oben in den Bereich der allergieauslösenden Stoffe.

 

Es wäre schon ein merkwürdiges Bild, in der freien Natur Wölfe und Raubkatzen in Feldern beim Abweiden der Getreideähren zu beobachten. Diese Mengen müssten die direkten Vorfahren unserer Haustiere nämlich fressen, gemessen an dem Getreideanteil, der in vielen Fertigfuttersorten steckt.

Dennoch weisen hohe Getreideanteile im Fertigfutter (bzw. geringe Fleischanteile) einen deutlichen Vorteil auf, den Gewinnvorteil für den Hersteller – denn die teure Werbung für Waldis Herrchen muss schließlich bezahlt werden.

Übrigens kleinere Hersteller müssen dabei nicht schlechter aber auch nicht besser sein, was man beim Studium der Inhaltsstoffe vieler Bioprodukte schnell nachvollziehen kann.

Fragen Siebei Unsicherheit Ihren Tierheilpraktiker, dort erhalten Sie sicherlich gute Empfehlungen und Tipps. 

 

Was kann man tun?

 

Wie oben bereits erwähnt, kann eine Futtermittelallergie nicht seriös durch einen Allergie- oder Bluttest festgestellt werden. Die heute verwendeten Testverfahren sind sehr umstritten und bringen keine einheitlichen Werte, sind zusätzlich noch recht teuer und daher in aller Regel unbrauchbar.

Dennoch kann man den Tieren helfen, was aber leider an der fehlenden Konsequenz vieler Halter scheitert. Dieses ist unter Berücksichtigung des schauspielerischen Talentes vieler Hunde und Katzen, welche bei Futterumstellung Ihren Menschen durch „gezeigtes Leiden“ immer wieder rum kriegen, das alte, gewohnte aber leider krankmachende Futter zu geben.

Es geht aber auch anders, was ebenfalls viele Beispiele zeigen. Zunächst ist eine Eliminationsdiät 8-10 Wochen durchzuhalten. 

Dabei sollte ein völlig neues, für das Tier allergenfreies Futter eingesetzt werden (hier hilft der Tierheilpraktiker). 

Auf alles andere muss verzichtet werden (keine Leckerlis, Belohnungssnacks etc.). Parallel sollte je nach Schweregrad eine Behandlung der noch bestehenden Allergie (Futtermittel können bis zu 13 Wochen noch nachwirken und Juckreiz erzeugen) erfolgen.

Massive Hautläsionen müssen ebenfalls behandelt werden. 

Die Behandlung sollte langfristig, sanft und nebenwirkungsfrei verlaufen. Gute Erfolge bietet die Homöopathie oder eine Biochemische Behandlung (Schüssler Salze), kombiniert mit Magnetfeld und Lasertherapie. Aber auch die TCM bietet Erfolg versprechende Ansätze z. B. durch die Mykotherapie.

Wenn sich die Allergie zurückgebildet hat, alles ist verheilt und gesund, kann man mit dem sog. Provokationstest anfangen (muss es aber nicht). Hierbei sollen nun die Stoffe bzw. Futtermittel gefunden werden, worauf das Tier reagiert. 

D. h. man gibt einzelne „früher eingesetzte“ Futtermittel, bei Reaktion hat man ggf. einen der Übeltäter erwischt. Gegebenenfalls muss die akute allergische Reaktion je nach Auswirkung behandelt werden.

 

Allergien entwickeln sich meist nach dem sog. Multiplikationseffekt. Ganz am Anfang kaum erkennbar, reagiert der Organismus im Zeitverlauf immer heftiger auf  immer mehr Stoffe.

Dieses geschieht, bis eine Stufe erreicht ist, wo die Immunreaktion deutlich sichtbar wird und Leiden entsteht. Manifestierte Krankheiten lassen sich jedoch nur mit erheblichem Zeiteinsatz heilen, daher ist es außerordentlich wichtig bei Verdacht auf eine Allergie sofort das Tier dem Tiermediziner vorzustellen, um möglichst frühzeitig eine effektive und nachhaltige Behandlung - wie oben beschrieben - einzuleiten.

 

Auch "die paar Pusteln" sollten einem Tiermediziner vorgestellt werden! (Quelle: Farbatlas der Hautkrankheiten bei kleinen Haustieren, G.T.Wilkinson, R.G.Harvey, Schlütersche Verlag Druckerei 1999)


Durch zögerliches Verhalten ("das bisschen Jucken, die paar Pusteln etc."); eigenes Herumdoktern ("da hab ich doch noch die Cortisonsalbe von Oma") oder ungeeignete Therapien wird kostbare Zeit verloren und der Heilungsprozess verlängert.

Mit Konsequenz und einem erfahrenen Tierheilpraktiker lassen sich derartige Erkrankungen durchaus heilen und dem Tier kann wieder eine akzeptable Lebensqualität zurückgegeben werden.

 

Bitte sprechen Sie uns an wenn Sie zum Thema Fragen haben, oder der Verdacht besteht, das bei Ihrem Tier eine sich entwickelnde bzw. vorhandenen Futtermittelallergie besteht.

 

Ihre Tierheilpraxis Materia Medica

 

Kontakt:   

Tierheilpraxis Materia Medica

Thomas Freund

Tierheilpraktiker

 

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16-20 Uhr

Do 

10-13 Uhr

Sa

10-13 Uhr

Und nach Vereinbarung.

 

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Hausbesuche nach Vereinbarung.