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Hilfe - mein Tier wird rot

 

Viele Halter von weißen, meist etwas älteren Hunden oder Katzen, kennen das Problem.

Lorenzo, der weiße Perser, oder Terrie, der weiße West Highland Terrier, werden im Zeitverlauf an verschiedenen Körperstellen zunehmend gelber. Das juvenile, strahlende Weiß hat sich in ein schmuddeliges Gelb-Rot Braun verwandelt und gibt Anlass zu ausgedehnten Diskussionen unter den Hunde- und Katzenbesitzern.

Dabei werden oftmals die unterschiedlichsten Maßnahmen besprochen, die meist wenig Erfolg versprechen und auch für das Tier eine Tortur sein können, mal ganz abgesehen von den aufkommenden Kosten mancher Aktionen.

 

Grund genug, sich mit diesem Thema mal zu beschäftigen.

 

Die Fellpigmentierung eines Tieres ist ein sich verändernder Prozess,der erst mit dem Erwachsensein abgeschlossen ist. Somit sind Farbveränderungen im Welpenalter völlig normal. Die genetisch festgelegte Pigmentverteilung und auch die Zeichnung des Felles verändern sich in Laufe der ersten Lebensmonate kontinuierlich, bis die endgültige Farbzeichnung des erwachsenen Tieres erreicht ist. Besonders eindrucksvoll ist z. B. die Pigmentierungsentwicklung bei jungen Dalmatinern, wo sich die für die Rasse typischen schwarzen Flecke erst nach ca. 2 Wochen zeigen und sich dann im Laufe der Welpenzeit entwickeln und ausprägen.

 


                     Dalmatinerwelpen ???                                        ... die ersten Punkte werden sichtbar

                                                                 (Quelle: selbst/pixelio.de)
 

Dalmatiner in "Endfärbung" (Quelle: später/pixelio.de)


Treten hingegen bei adulten Tieren in Bereichen des Fanges, der Augenlider, des Ohrengrundes, der Pfoten oder des Genitalumfeldes bräunliche Verfärbungen auf, so sind diese Farbveränderungen unerwünscht.

Auslöser hierfür ist die so genannte Porphyrin-Färbung. Porphyrine entstehen u. a. beim Abbau von Blut- und Muskelfarbstoffen aus dem Hämo- und Myoglobin, ein an sich ganz normaler Vorgang.

Da diese Abbauprodukte in allen Körperflüssigkeiten, also auch im Speichel, enthalten sind, ist die Ursache für derartige Verfärbungen häufiges Lecken und Verteilung des Speichels durch starkes Jucken auf dem Haarkleid. Die o. a. Speichelbestandteile haben eine hohe Sauerstoff-Affinität,daher kommt es im Fell unter Einwirkung von Luft zu einer rötlichen Verfärbung.

Als Therapieansatz empfiehlt es sich, die Ursache für den Juckreiz herauszufinden, um das übermäßige Lecken abzustellen. Hauterkrankungen sind zwar oftmals langwierig, haben aber gute Heilungschancen und sollten –möglichst schonend – behandelt werden. Ist dieses erfolgt, stellt sich die ursprüngliche Fellfarbe relativ schnell wieder ein, Ihr Tier zeigt wieder ein strahlendes Weiß.

 

 

links: Speichelfärbung des Felles bei einer Langhaarkatze

Mitte: Speichelfärbung der Pfoten bei einem Labrador

rechts: Speichelfärbung des Felles bei einem Dalmatiner

(Quelle: Farbatlas der Hautkrankheiten bei kleinen Haustieren, G.T.Wilkinson, R.G.Harves, Schlütersche Verlag u. Druckerei, 1999)

 

Für eine andere Form der Verfärbung wurden früher Karotin (besonders in Karotten enthalten) und Kupfergehalte im Futter verantwortlich gemacht. Insbesondere, wenn am langen Deckhaar des Rückens oder an den Flanken in den Haarspitzen Verfärbungen auftraten, wurde im Futter die Ursache gesucht.Dieses konnte jedoch widerlegt werden.

Die Hauptursachen liegen vielmehr darin, dass sich der Fellwechsel zu langsam vollzieht und/oder Störungen des Hautstoffwechsels vorliegen. Dieses ist übrigens auch bei schwarzen Tieren erkennbar, sie bekommen braune Flecken innerhalb des sonst schwarzen Fellkleides.

Da sich die Verfärbungen lediglich in den Haarspitzenergeben, kann man die ursprüngliche Farbe am Haaransatz gut erkennen. Auch haben nachwachsende Haare keine Verfärbungen, so dass sich im Zeitverlauf die rötlichen Flecken zunächst verlieren, nach einiger Zeit aber wieder auftreten können.

Abhilfe schafft die Optimierung des Hautstoffwechsels und somit Sicherstellung einer regelmäßigen und ausreichenden Fellneubildung, was ebenfalls durch medizinische Maßnahmen sichergestellt werden kann.

 

Neben diesen sehr häufig auftretenden Ursachen einer Fell- bzw. Farbveränderung bei ausgewachsenen Tieren sind natürlich auch alle anderen Beeinträchtigungen, die den Hautstoffwechsel stören, möglich und ggf. zu behandeln. Erwähnt seien hier: Hormonelle Erkrankungen, Befall mit Endo-/Ektoparasiten, Verdauungsstörungen (chronisch), saisonale Belastungen  etc.

Bei Tieren fortgeschrittenen Alters hingegen werden die allgemeinen Stoffwechselprozesse nicht mehr optimal vollzogen. Hier empfiehlt sich eine Geriatrie-Untersuchung (Vorsorgeuntersuchung älterer Tiere). Gegebenenfalls lässt sich dieser Prozess durch Futterumstellungen, -ergänzungen etc. aufhalten bzw. kann hinaus gezögert werden um so dem Tier ein möglichst langes und lebenswertes Leben zu ermöglihen.

 

Wenn Sie hierzu Fragen haben sprechen Sie uns an.

 

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