Informationen und Service für interessierte Tierhalter


 Eigenbehandlung – risikoreiches Spiel mit der Gesundheit Ihres Tieres?


Seit mehr als zehn Jahren ist unsere Praxis-Homepage im Internet präsent. Offensichtlich wird dieses Medium, angesichts der Aufrufzahlen, sehr häufig genutzt. Wir bemühen uns jedenfalls immer darum mit neuen Beiträgen Tierhaltern Informationen zu Erkrankungen, alternative Therapieformen oder andere Themen rund um´s Tier vorzustellen. Dabei wird auch unser Angebot - bei weiteren Fragen uns anzusprechen - regelmäßig genutzt.

In diesem Zusammenhang ist uns seit einiger Zeit aufgefallen, dass es offensichtlich eine nicht unerhebliche Anzahl von Tierhaltern gibt, die eine vollständige Eigenbehandlung ihrer

Tiere, ohne jegliche Zusammenarbeit mit einem Tiermediziner, anstreben oder durchführen.

Sicherlich gibt es hierfür verschiedene Gründe, wobei die nachfolgenden Aspekte immer wieder angeführt werden und offensichtlich ausschlaggebend für derartige Eigenbehandlungen sind.


 

Eigenbehandlung ohne Tiermediziner – ein risikoreiches Spiel mit der Gesundheit Ihres Tieres


 
Unzufriedenheit mit dem bisherigen Tiermediziner (meist Tierarzt)


Ein großes Problem stellt bei vielen Tiermedizinern das Zeitmanagement dar, was zur Untersuchung, Beratung und Behandlung der Patienten aufgebracht werden kann. 

Man kennt den Praxisalltag vieler Tiermediziner: 

Oftmals lange Wartezeiten, dann eine kurze, nur wenige Minuten dauernde 

Inaugenscheinnahme/Untersuchung. Es folgt eine ebenso kurze und vielen Tierhaltern kaum verständliche Diagnosestellung, um dann die fast traditionelle Spritze oder Medikamentengabe zu erhalten. Das Beratungsgespräch, gegebenenfalls Darlegung von Behandlungsalternativen, mögliche Entwicklungsformen der Erkrankung oder der Hinweis auf mögliche Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Gabe von Medikamenten etc. findet kaum oder nur in unzureichender Ausführlichkeit statt. 

Dieses kann, insbesondere durch unzureichende Anamnese und Diagnose, zu einem verspäteten Genesungsfortschritt oder nicht eintretender Verbesserung bis hin zu Verschlimmerungen ggf. durch Auftreten von Nebenwirkungen führen. Schnell hat sich dann ein Vertrauensverlust zum behandelnden Tiermediziner eingestellt, sodass der Gedanke sein Tier nun völlig eigenständig zu behandeln reift. 

Ein ehemalig praktizierender Tierarzt stellte mal die Behauptung auf, dass in einer, dem heutigen Standard ausgestatteten Tierarztpraxis (mit modernem Praxis-Equipment), dem dazugehörigen Personal und der entsprechenden Einkommensvorstellung des Praxisinhabers, 5 – 8 Minuten Zeit pro Patient aufgebracht werden kann, um die Praxis wirtschaftlich zu führen. Auf jeden Fall ist die Zeit für den einzelnen Patienten knapp bemessen, was besorgte Tierhalter kaum verstehen und akzeptieren wollen. 


 

Zeitdruck – ein Problem vieler Praxen


Kostenbelastungen 

 

Sicherlich gibt es Unterschiede hinsichtlich der berechneten Behandlungskosten. Dieses lässt die GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) auch bewusst zu, da Behandlungen im Einzelfall einen erhöhten Aufwand (folglich auch höhere Honorarforderungen) beinhalten können. Dennoch scheinen die allgemeinen tiermedizinischen Gesamtkosten insgesamt gestiegen zu sein, wobei damit nicht die erhöhten Kosten z. B. für eine bessere und technisch aufwendigere Diagnose oder aufwendige Operationen gemeint sind, die in der Vergangenheit vielleicht gar nicht möglich waren.

Allerdings sollte ein Tiermediziner für eine erbrachte, gute Arbeitsleistung auch ein angemessenes Entgelt erhalten, Dumpingangebote analog der Konsumgüter-Offerten kann es unter seriösen Medizinern nicht geben.

Übrigens: Als Tierheilpraktiker (THP) hat man manchmal den Eindruck, dass einzelne Tierhalter den THP für einen preiswerten B-Tierarzt halten, der ähnliche Leistungen zu einem deutlich reduzierten Preis anbietet. 

Dieses ist natürlich nicht richtig, weder ist ein THP ein B-Tierarzt, noch können reguläre Leistungen zu Dumpingpreisen erbracht werden – auch ein THP steht vor der Herausforderung seine Praxis wirtschaftlich führen zu müssen.

Leider steht aber auch bei einigen Zeitgenossen der zurzeit wohl populäre Grundsatz

„Geiz ist Geil“ ausschließlich im Focus. Dabei wird auf die Abwägung, was eine geeignete bzw. zielführende Behandlung des Tieres sein mag, verzichtet - gut ist dann was billig ist. 


 

Seriöse Tiermediziner stehen für eine faire und leistungsgerechte Honorarstellung


Strukturelle oder andere Gründe

 

Hier werden Situationen angeführt, wo z. B. räumlich kein geeigneter Tiermediziner im erreichbaren Umfeld ist, oder nur die Praxis besteht zu der man aus unterschiedlichen Gründen nicht gehen möchte.

Auch für naturmedizinisch-orientierte Tierhalter kann dieses zutreffen, wo es im Einzugsgebiet gegebenenfalls keinen niedergelassenen oder spezialisierten THP gibt.

Bei einigen Tierhaltern lassen sich die angebotenen Sprechzeiten der ansässigen Praxen nicht mit den eigenen Arbeitszeiten überein bringen, oder die Erreichbarkeit ist erschwert, was z. B. für behinderte Tierhalter zu einem Problem werden kann.


 

Sprechzeiten – nicht immer „Patientenorientiert“


So vielfältig und maßgebend die Gründe auch seien mögen, der Versuch der vollständig unabhängigen Eigenbehandlung birgt nicht unerhebliche Risiken für Ihr Tier. Auch hier gibt es einige Punkte, die gegen eine derartige Eigenbehandlung sprechen. In diesem Zusammenhang soll mit Eigenbehandlung der Verzicht auf jegliche tiermedizinische Hilfestellung gemeint sein. 


Zweifelhafte oder einseitige Informationsbeschaffung 


Kaum ein Tierhalter wird eine eigenständige Behandlung einleiten ohne sich in irgendeiner Weise Vorabinformationen zu beschaffen. Aber wie wird hierbei in der Regel vorgegangen? 

Die am häufigsten genutzte Informationsquelle bildet heute das Internet und die dort unzähligen Foren. 

Dort teilen Tierhalter anderen Nutzern ihre Erfahrungen hinsichtlich der Behandlung unterschiedlicher Krankheiten mit. 

Oft liest man dann: „… nehme doch mal das Mittel xyz, das hat bei meinem Tier geholfen“ oder „bei der Erkrankung X wirkt immer das Mittel Y“.

Selbst Hinweise auf Bezugsquellen werden teilweise mitgeliefert. Und das erfolgt alles meist ohne eine fundierte medizinische Ausbildung, praktische und vergleichbare Erfahrungen und ohne detaillierte Informationen hinsichtlich des Krankheitsbildes zu haben bzw. das Tier untersucht zu haben. 

Es gibt da auch Zeitgenossen, welche sich in den Foren wohl ausschließlich zum Selbstzweck engagieren; zu jedem Gesundheitsproblem haben sie die „richtigen“ Ratschläge parat. 

Ähnlich kann es sich bei „gut gemeinten Ratschlägen“ aus der Nachbarschaft, Freunden oder Verwandten handeln. 

Aber auch der Kauf eines Buches alla „Homöopathie für Tiere - leicht gemacht“ (erfundener Titel) qualifiziert den Käufer nicht zu einem Therapeuten. Für die dort gemachten Empfehlungen bedarf es vorab immer einer seriösen Anamnese und Diagnose und hierfür bedarf es eben einer medizinischen Ausbildung. 

Auch gilt es ja abzuwägen welche Therapieform im Einzelfall den größten Erfolg verspricht, hierfür muss man die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Therapieformen kennen. 

 

Die Internetrecherche oder das Lesen eines Buches ersetzt keinesfalls den Tiermediziner


Unsichere, fehlerhafte oder fehlende Anamnese und Diagnose

 

Eine medizinisch nicht ausgebildete Person wird kaum in der Lage sein eine erforderliche Anamnese bzw. Diagnose zeitgerecht zu erstellen. 

Insbesondere die Komplexität und Verflechtung einzelner Erkrankungen lassen dieses nicht zu.

So wird dann oft aufgrund eines beobachteten Symptomes eine Behandlung eingeleitet, die aber unzureichend oder gar falsch sein kann und dem Tier eher schadet als hilft.

Ein beobachtetes Husten kann andere Ursachen haben als die vielleicht vermutete Bronchitis und auch für einen Durchfall gibt es unterschiedliche Gründe.

Durch eine falsche Beurteilung der aktuellen Erkrankung kann ein zeitlicher Verzug hinsichtlich Einleitung einer erforderlichen Behandlung mit fatalen Folgen entstehen.

So können Erkrankungen verschleppt oder aus akuten chronische Erkrankungen werden, die dann deutlich schwieriger oder gar nicht mehr zu behandeln sind.

Welcher Nichtmediziner kann eine primäre von einer sekundären Erkrankung unterscheiden und ab wann ist eine Erkrankung als chronisch zu beurteilen? 

 

Eine sichere Diagnose ist nicht einfach, dieses sollte ein ausgebildeter Tiermediziner durchführen


Festlegung geeigneter Medikamente oder Therapieformen 


Da eine Eigenbehandlung im o. a. Sinne mit schulmedizinischen Medikamenten kaum möglich ist, werden in der Regel naturmedizinische Therapien herangezogen. Oft unter dem

Irrglauben, dass diese Medikamente ja keine schädlichen Nebenwirkungen haben und man sie daher „mal so probieren kann“.

Da viele derartige Medikamente auch ohne Indikationsnachweis von jedermann gekauft werden können und sich das Internet als ein wahrer Bezugstempel darstellt, werden schnell mal Globuli, Heilkräuter oder Tabletten beschafft und Wuffi oder Miezi verabreicht.

Oftmals werden die dabei vorgenommenen Dosierungen rein willkürlich vorgenommen, was entweder an fehlenden Anleitungen oder dem „Eigenverständnis des Selbsttherapeuten“ liegt.

Auch ist es nicht leicht für einen „Nichtmediziner“ zwischen geeigneten und unbrauchbaren Medikamenten zu unterscheiden.

So ist der Kauf eines Medikamentes in „Apothekenqualität“oder „Laborqualität“ schnell getätigt, weil man ja glaubt, „etwas Gutes erworben zu haben“.

Insofern lassen sich beispielsweise immer wieder Abnehmer für überaltertes oder in ungeeigneter Konzentration hergestelltes „Kolloidale Silber“ finden, die im Einzelfall dem Tier schaden können.

Medikamente aus der Phytotherapie (z. B. Uncaria tomentosa –Katzenkralle) werden mit Getreide oder anderen pflanzlichen aber unwirksamen Bestandteilen gestreckt, was die an sich gute Wirksamkeit dieses Medikamentes deutlich verringert.

Einfache kombinierte Vitamin/Mineralien-Präparate werden als wirksame Medikamente für komplexe Erkrankungen verkauft.

Oder für Menschen konzipierte Medikamente werden einfach auf das Tiergewicht herunter gerechnet und verabreicht, ohne die besondere Physiologie des Tieres zu kennen und zu beachten.

Eine seriöse Beratung vor dem  Bezug vieler „Internet-Medikamente“ ist fast nie möglich oder wenn nur unzureichend.

Ein weiteres Problem bildet die Auswahl des geeigneten Medikamentes. Für eine bestimmte Erkrankung gibt es oft eine Vielzahl von unterschiedlichen Mitteln. 

Das richtige heraus zu finden ist selbst für einen erfahrenen Therapeuten nicht einfach. Aus diesem Grund werden nicht selten gleich verschiedene Medikamente zusammen verabreicht, getreu dem Motto: „eins wird schon helfen“. 

Es gibt aber nicht wenige Medikamente, welche sich gegenseitig behindern und unter gar keinen Umständen zusammen verabreicht werden dürfen.

 

Medikamente - einfach ausprobieren oder mit System erfolgreich behandeln?


Beurteilung des Behandlungsfortganges und zeitliche Dimension der Therapie


Die Beurteilung der laufenden Behandlung, eine wichtige Funktion im Rahmen einer Therapie, ist für einen Nichtmediziner außerordentlich schwierig. 

Nicht umsonst steht in den Beipackzetteln schulmedizinischer sowie auch naturmedizinischer Medikamente der Hinweis, bei Fragen oder Problemen den behandelnden Therapeuten (oder Apotheker) anzusprechen. 

Zwar wissen viele Menschen mittlerweile, dass es bei der Verabreichung von homöopathischen Medikamenten zu Erstverschlimmerungsreaktionen kommen kann. Aber wie dürfen diese aussehen, wie lange bestehen bleiben und gilt dieses auch für Medikamente aus der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) für die Myko- oder Phytotherapie etc. 

Ab wann sollte sich ein Behandlungserfolg einstellen, wie lange müssen im Einzelfall Medikamente gegeben werden – auch diese Fragen kann sich kaum ein Nichtmediziner beantworten. Gerade bei naturmedizinischen Therapien sind die Vergabeformen der eingesetzten Medikamente und die Dauer ihres Einsatzes von entscheidender Bedeutung.  


Lösungsansatz – wie es gehen könnte und was gar nicht geht


Wie schon aufgeführt werden wir öfters zu unseren Beiträgen auf unserer Homepage angesprochen. Dabei sind zwei „Anfragetypen“ zu unterscheiden. 

 

  1. Tierhalter, die schon „fast“ alles wissen, mit einer eigenständigen „Abschlussdiagnose“ für die aktuelle Erkrankung ihres Tieres. In der Regel haben diese Menschen sich auch schon irgendwelche Medikamente aus dem Internet oder anderen dubiosen Quellen (preiswert) besorgt. Haben aber jetzt das Problem: wie viel gebe ich meinem Tier und wie lange? Dafür würden Sie gerne eine verbindliche Empfehlung eines Tiermediziners (natürlich kostenfrei) bekommen. Das dieses nicht geht und ein verantwortungsbewusster Tiermediziner nicht eine Empfehlung aussprechen kann ohne nachvollziehbarer Diagnose, ohne alle Begleitumstände zu kennen, ohne Kenntnis der einzusetzenden Medikamente (hinsichtlich Qualität und Güte) etc. dürfte nachvollziehbar sein. Mit dem Aussprechen einer Empfehlung übernimmt der Tiermediziner die Verantwortung hierfür, was er aber mangels der o. a. Punkte gar nicht kann. Viele  Tierhalter können dieses nachvollziehen, einige aber auch nicht, was teilweise zu unschönen Situationen führt.
  2. Tierhalter die sich für eine alternative Behandlung interessieren und weitere Informationen hierzu bekommen möchten. Bevor irgendeine Behandlung des eigenen Tieres erfolgt werden sich Informationen aus unterschiedlichen Quellen  beschafft und dann mit einem Tiermediziner besprochen. Oftmals müssen hierfür vorhandene Diagnosen, Berichte von Blutanalysen oder andere diagnostische Informationen als Basis der weiteren Vorgehensweise vorgelegt werden, damit eine möglichst fundierte Abschlussdiagnose und daran anschließend ein geeigneter Behandlungsplan aufgestellt werden kann. Mögliche alternative Therapien werden zwischen Tierhalter und Tiermediziner besprochen, erörtert und festgelegt, was auch für die Wahl der einzusetzenden Medikamente gilt. Ein regelmäßiger Informationsaustausch, insbesondere bei längeren oder komplexeren Behandlungen, sollte natürlich ebenfalls erfolgen. Aus einer vollständig eigenständigen und nicht unproblematischen, zum Teil gefährlichen Eigenbehandlung wird so eine gemeinsame Behandlung mit der Unterstützung eines Tiermediziners, der sicherlich sein Wissen, Können und seine Erfahrung einbringen wird. Das hierfür anzusetzende moderate Honorar wird Ihnen Ihr Tier nach Genesung und Wiederherstellung der Gesundheit danken und Sie als Tierhalter haben die Gewissheit nichts falsch gemacht zu haben.
Eine fundierte Ausbildung, regelmäßige Fortbildungen, gründliche Fall-Recherchen und viel Praxis – die Eckpfeiler einer erfolgreichen Behandlung

 

Gerne helfen wir Ihnen bei der Wahl einer geeigneten Therapie oder Behandlungsform. Sie können uns hierzu immer gerne ansprechen oder per Mail Kontakt aufnehmen. 

Bitte verstehen Sie uns aber auch als verantwortungsbewusste und seriöse Tiermediziner, die keine Empfehlungen in Unkenntnis erforderlicher Informationen abgeben werden.

 

Hierzu lässt sich abschließend der von uns gelebte Codex zitieren:

 

In dubio pro animale“ 


Ihre Tierheilpraxis Materia Medica

 

Kontakt:   

Tierheilpraxis Materia Medica

Thomas Freund

Tierheilpraktiker

 

Werner Hellweg 80

44803 Bochum

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Mobil:

0234 - 978 359 48
0234 - 978 359 49
0172 - 20 74 273

E-Mail:

tierheilpraxis@materia-medica-bo.de

 

Spechzeiten:

Mo-Di-Mi-Fr

10-13 Uhr
16-20 Uhr

Do 

10-13 Uhr

Sa

10-13 Uhr

Und nach Vereinbarung.

 

Um Wartezeiten zu vermeiden bitten wir um eine telefonische Terminabsprache.

 

Hausbesuche nach Vereinbarung.