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Der Speck muss weg

- Zivilisationskrankheit Adipositas auch bei unseren Haustieren?

 

Möchte man amerikanischen Studien glauben, so haben mind. 25% unserer Haustiere (und hier überwiegend Hunde und Katzen) zu viel Speck auf den Rippen. 

Bekannt werden per Pressemeldung dabei jedoch nur außergewöhnliche Fälle, die medienwirksam vermarktet werden können, wie vor einiger Zeit der Berliner Kater Mikesch, der als lebender Fußball mit vier Pfoten immerhin 18 kg auf die Waage brachte oder ein Rottweiler, ebenfalls aus unserer Hauptstadt, der mit 65 kg fast doppelt so viel wog als seine normal-gewichtigen Kollegen. Bei derartigen „Auswüchsen“ ist es zu verstehen, dass hier sehr schnell von Tierquälerei oder grob fahrlässigem Verhalten der Tierhalter gesprochen wird.

Anderseits sollte man aber auch nicht dem Wahn so mancher Zeitgenossen verfallen, die sich selbst und ihr Tier den modischen Unterwürfnissen skelettöser Hungerhaken verschreiben.

 

Bei diesen Zeitgenossen erübrigt sich die Frage "Übergewicht ja oder nein". Haben diese Geschöpfe wohl noch Lebensfreude?? (Quelle: Mein Predigtgarten/pixelio.de)

 

Allgemein wird von Adipositas oder Übergewicht bei Haustieren gesprochen, die ihr Idealgewicht um mehr als 15% überschritten haben.

 

Was ist aber nun Idealgewicht? 

 

Wie schwierig diese Bestimmung und Festlegung auf eine Gewichtsziffer ist, haben die unterschiedlichen Ansätze bei uns Menschen gezeigt. Was für den einen als Idealgewicht gilt, verwirft der nächste als vielzu hoch und ein dritter als zu wenig.

Hier sollte man jedoch auch keine eigene Wissenschaft draus machen, sondern zu pragmatischen Einschätzungen kommen.

Es gibt neben den reinen Zahlenwerken noch eine Menge ebenfalls zu berücksichtigender Faktoren, die ein guter Tiermediziner bei seiner Beurteilung heranziehen wird, um letztendlich eine Aussage zum Gewicht des Tieres zu machen. Insbesondere sind Lebensweise, Bewegungsdrang, Ernährungsgewohnheiten, Krankheiten, Alter, rassespezifische Besonderheiten etc. zu berücksichtigen, um ein individuelles Optimalgewicht zu ermitteln.

Die nachfolgende Übersicht kann für eine erste Einschätzung herangezogen werden, jedoch fallen auch hier einige aus dem normalen Raster und müssen gesondert beurteilt werden.

 

L Schweres Übergewicht

Die Rippen sind kaum zu fühlen, ein dickes Fettpolster bedeckt diese. Der Rücken ist sehr verbreitert. Bauch/Unterleib hängt deutlich herunter. Oft sind in diesem Zustand bereits Sekundärerkrankungen etabliert bzw. entwickeln sich.

 

L/K Leichtes Übergewicht

Die Rippen sind schwer zu fühlen, Fettpolster bedecken diese. Der Rücken ist bereits verbreitert. Am Schwanzansatz befindet sich eine leichte aber fühlbare Verdickung, die darunterliegenden Knochen sind noch fühlbar.

 

J Optimalgewicht 

Die Rippen sind leicht fühlbar, jedoch nicht sichtbar unter einer dünnen Fettschicht.. Der Rücken ist gut proportioniert mit einer je nach Rasse unterschiedlich ausgeprägten Taille. Am Schwanzansatz kann man unter einem sehr dünnen Fettpolster den Knochen ertasten. 

 

L/K Leichtes Untergewicht            

Die Rippen sind leicht zu fühlen, oftmals sichtbar mit sehr geringen Fettpolstern. Das Tier macht insgesamt einen dünnen oder abgemagerten Eindruck. Der Unterleib ist eingezogen.

 

L Starkes Untergewicht 

Die Rippen sind sehr leicht zu fühlen, deutlich sichtbar, ohne Fettpolster. Der Unterleib ist stark eingezogen, das Tier wirkt knochig und abgemagert. Der Körper insgesamt ähnelt der Form einer Sanduhr. Neben ernährungsbedingten Ursachen sollten auch ggf. vorhandene Primärerkrankungen geprüft werden um weitere Erkrankungen auszuschließen.

 

Die Folgen und Risiken bei ausgeprägtem Übergewicht sind analog wie bei uns Menschen, was die folgende Aufzählung verdeutlicht: 

 

  • Diabetes
  • Herz- Kreislaufbeschwerden
  • Arthritis, später Arthrose
  • Lebererkrankungen
  • Bänderrisse/Bandscheibenvorfälle
  • Schlaganfall oder Herzinfarkt
  • Atemwegserkrankungen und erhöhtes Infektionsrisiko

 

Letztendlich ist mit einer deutlichen Verkürzung der Lebenszeit zu rechnen, sicherlich der Kernpunkt, hier etwas zu tun – aber was?

 

Powerdiäten, wie sie uns Menschen von allen Seiten angeboten werden, gibt es für Tiere (dem Himmel sei Dank) noch nicht. Diese Radikalkuren würden auch für so manchen Vierbeiner den Tod bedeuten (z. B. Katzen). Aber nur der Austausch von Chappi zu Chappi light bringt oftmals auch nicht den gewünschten Erfolg.

Um einen dauerhaften und nachhaltigen Erfolg sicher zustellen, sind daher die drei Maßnahmenbereiche sicherzustellen.

 

1.     Statusaufnahme

Gründliche Anamnese, Erstellung einer Basisbeurteilung unter Berücksichtigung aller beeinflussenden Faktoren, Berechnung eines individuellen Nahrungs-Bedarfplanes unter Berücksichtigung der metabolischen Körpergröße, Aktivitätskonstante etc.

 

2.     Maßnahmenplan

Auf Basis der eruierten Informationen werden ein individueller Fütterungsplan und ggf. weitere Maßnahmen (Bewegungsplan etc.) erstellt. Vielleicht muss der Prozess auch durch bestimmte Medikamente (es gibt hier sehr gute Homöopathika) unterstützt werden, all dieses wird in dieser Phase festgelegt

 

3.     Umsetzung und Kontrolle

Nun erfolgt die praktische Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen. Als Regulations- oder Erfolgskontrolle sollten kurze aber regelmäßige Vorstellungen möglich sein. Hier erfolgt auch eine Dokumentation des Gewichtes; ggf. werden vorhandene Maßnahmen angepasst oder neu eingeführt.

 

Vitale und gut genährte Tiere - Lebensfreude sieht man Ihnen an. (Quelle: links: Barbara Thomas/pixelio.de, rechts: Knispeline/pixelio.de)

 

Wo ist mein Diätjoghurt?? (Quelle: Ralf/pixelio.de)

 

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