Informationen und Service für interessierte Tierhalter

Alter und Abschied

 

Die Entwicklung der Lebenserwartung beim Menschen ist im letzten Jahrhundert durchgängig angewachsen. So konnte ein Mann so um das Jahr 1900 damit rechnen, mit etwas Glück 73 Jahre zu werden. 1950 waren es schon 76 Jahre und im Jahr 2000 bereits 79 Jahre. Forscher gehen davon aus, dass die Lebenserwartung eines Mannes sich im Jahr 2035 bei 83 Jahren, bei Frauen sogar bei 87 Jahren hin entwickeln wird.

Die Hauptgründe für diese positive Entwicklung liegen u. a. in den enormen Fortschritten der medizinischen Versorgung, entsprechende Aufklärung der Bevölkerung und Rückgang der körperlich stark belastenden Arbeiten etc.

Bei vielen unserer Haustiere hat sich eine ähnliche Entwicklung abgezeichnet. Im Tierreich wurde diese Entwicklung zwar nicht so wissenschaftlich und auch erst später verfolgt als bei uns Menschen, aber es konnte nachgewiesen werden, dass die durchschnittliche Lebenserwartung z. B.von Hunden in den Jahren 1982 bis 1996 um über zwei Jahren gestiegen ist.

Bei unseren Schmusetigern konnte sogar eine Steigerung von 3 Jahren beobachtet werden.

Bei den Tieren gelten ähnliche Gründe wie bei uns Zweibeinern: bessere Lebensbedingungen, d. h. deutlich bessere medizinische Versorgung, gewachsenes Bewusstsein einer artgerechten Haltung, Wachstum der Produktionsindustrie für Tierbedarfsprodukte, ethische Anerkennung als Lebewesen und nicht als Sache etc.

Unabhängig davon ist das heute zu erwartende Lebensalter der einzelnen Tiergattungen als auch Tierrassen sehr unterschiedlich.

 

Wie alt kann mein Tier werden?

 

Die nachfolgende Übersicht zeigt die durchschnittlich zu erwartende Lebenszeit von häufig gehaltenen Heimtieren. Nicht berücksichtigt sind besondere, lebensverkürzende Krankheiten, die jedes Tier (wie auch Mensch) bekommen kann. Auch gibt es Ausnahmen, wenn ein überdurchschnittliches Alter erreicht wird, was im Einzelfall sehr schön sein kann, aber eben die Ausnahme bleibt.

 

Tierart                                                      Bandbreite der möglichen durchschnittlichen

                                                                                 Lebenserwartung in Jahre 

Hund groß (Dogge)                                                      8– 9   

Hund mittel (Retriever)                                                 12– 14 selten älter

Hund klein (Jack Russel Terrier)                                   14 – 16 auch älter

Katze (Siamese)                                                         15– 18

Katze (Hauskatze)                                                       12– 15

Katze (Main Coon)                                                       12– 15                      

Meerschweinchen                                                         5– 10 

Kaninchen                                                                    8– 12

Ratten (Farb- bzw. Zuchtratten)                                      2– 3  selten 5

Goldhamster                                                                 2– 3  vereinzelt 5

Zwerghamster                                                               1– 3   

Farbmäuse                                                                   1,5– 2,5

Rennmäuse/Gerbil                                                         1– 3  selten 5

Streifenhörnchen                                                            7– 10

Chinchilla                                                                      15– 20

Frettchen                                                                       6 – 10

Kanarienvogel                                                                10– 15           

Wellensittich                                                                 10– 16           

Rotwangenschildkröte                                                    30– 40           

Griechische Landschildkröte                                           90– 100  vereinzelt auch älter

Grüner Leguan                                                               15– 20           

Vogelspinnen je nach Art u. Geschl.                                 4– 20 

Kornnatter/Königsnatter                                                  10– 15 selten 20

Goldfisch                                                                       20– 30

Guppy (Zierfisch)                                                             2– 4  abhängig v. Wassertemp.

Clownsfisch (Nemo !)                                                       8– 10 selten 15 

 

Zwischen diesen Beiden besteht ein Unterschied hinsichtlich ihrer Lebenserwartung von mehr als 100 Jahren (Quelle: links: Jens Schöninger/pixelio.de, rechts: Andreas Köckeritz/pixelio.de)


Leider steht die mögliche (oft auch bezeichnet als natürliche) Lebenserwartung im krassen Gegensatz zum durchschnittlich erreichten Alter. Genauso wie viele menschliche Zeitgenossen deutlich vor ihrem 80. Geburtstag diese Welt verlassen haben, so erreichen auch viele Heimtiere nicht Ihr natürliches Ende und werden letztendlich durch Krankheiten vorzeitig ins Himmelreich beordert.

Letztendlich kann sich auch der Alterungsprozess (Vergreisung) bei dem einen Tier temporär schneller entwickeln als bei dem anderen, was dann zu einem allgemein verfrühten, aber individuell natürlichen Tod führen kann (verfrühte Altersmortalität).

Frühzeitig begonnen kann man durch verschiedene Maßnahmen und mit medizinischer Unterstützung die Lebenserwartung etwas heraus ziehen und dem alten Tier so ein lebenswertes Dasein, auch im voran geschrittenen Alter, ermöglichen, dieses ist aber Inhalt anderer Artikel auf dieser Homepage und soll hier nicht wiederholt werden.

 

Würdevolles Sterben bedarf Ruhe und Zeit

 

Abgesehen von schnell verlaufenden tödlichen Krankheiten, die ein überraschendes Dahinraffen für Mensch und Tier bedeuten, spüren Tiere sehr deutlich, wann es Zeit ist zu gehen. Dieses gilt sowohl für den natürlichen Alterstod (ohne besondere Vorerkrankungen), als auch für ein verfrühtes Ableben durch ursächlich chronische Krankheiten.

Irgendwann wird sich das alte und oder kranke Tier zurückziehen und eine geeignete Stelle für den Vorgang des Sterbens suchen. Dieses können verborgene, ruhige und für uns unzugängliche Stellen sein. Viele Tiere, insbesondere Hunde und Katzen, suchen aber auch die direkte Nähe ihrer Bezugsperson. Manche Tiere schaffen es sogar abzuwarten, bis ihr geliebtes Frauchen oder Herrchen, z. B. von einer Reise, zurück gekehrt ist, um den sowohl  unbekannten als auch unausweichlichen Prozess gemeinsam zu begehen.

Sollte das Tier in diesem Prozess erkennbare Schmerzen haben, so sollte es davon erlöst werden und bei einem Tierarzt eingeschläfert werden. Ein guter Tierarzt wird dieses in einer geeigneten Atmosphäre und völlig schmerzfrei für das Tier vollziehen.

Oftmals hat das Tier aber keine Schmerzen, so dass es seine letzten Stunden in der gewohnten Umgebung verleben kann.

 

Dabei kann sich der Prozess des Sterbens über mehrere Tage hinziehen, was nicht ungewöhnlich ist. Dieser Gesamtprozess lässt sich in sechs einzelne Sterbephasen unterteilen.

 

Die erste Sterbephase ist als solche anfänglich oftmals nochgar nicht erkennbar. Zwar bestehen deutliche Einschränkungen hinsichtlich Bewegungsmöglichkeiten  und anderen Lebensäußerungen, aber das Tier frisst noch, es nimmt noch am Leben teil.

Nur langsam entwickelt sich bei uns das Bewusstsein, dass  unser Liebling vielleicht sterben wird und auch das Tier schwankt noch zwischen Weiterleben und Abtreten.

Es beginnt die aufreibende Zeit zwischen Hoffnung und Verzweiflung zwischen Genesung und Aussichtslosigkeit.

 

In der zweiten Sterbephase kommt es zum sog. physischen Rückzug des Tieres. Fressen und Trinken werden verweigert, viele Tiere ziehen sich an einem stillen Ort zurück. Die Bewegung wird oftmals gänzlich eingestellt, Kot- und Urinabsatz finden oft in ummittelbarer Umgebung der Ruhezone statt. Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Resignation oder auch Wut können sich beim Tierhalter einstellen, da der nahende Tod nunmehr immer sichtbarer wird.

 

Doch was ist das, auf einmal sieht es aus, als ob sich das bis gerade noch todgeweihte Tier auf einmal wie durch ein Wunder erholt hätte. Dieses oft zu beobachtende unerwartete „letzte Aufblühen“ geschieht unter Aufbringung aller verbliebenen körperlichen Reserven. Leider dauert diese dritte Sterbephase oft nur wenige Minuten bzw. Stunden an und schnell zeigt sich alle Grausamkeit des Todes und des Zusammenbruches.

 

Die letzten physischen Kräfte wurden verbraucht, das Tier ist sichtlich erschöpft, der nahende Tod hat es bald erreicht - die vierte Sterbephase hat begonnen. Hier beginnt die Atmung schwächer zu werden, zwischen den Atemzügen werden die Pausen immer länger, Herztätigkeit und Puls gehen zurück.

 

In der fünften Sterbephase löst sich das Tier nun langsamvom Körper und verlässt das irdische Leben, alle Körperfunktionen werden eingestellt, am Ende dieser Phase ist unser Tier ist verstorben.

 

Die sechste Sterbephase oder besser Nachtod-Phase ist für viele Tierhalter mit einem Fall in ein schwarzes Loch zu vergleichen. Verlassen dastehend spüren sie den Verlust, die Lücke die entstanden ist und auch den Schmerz, der tief sitzt. Es ist nun die Zeit gekommen endgültig Abschied zunehmen.

 

Je nach Charaktertyp und Art des Tieres werden die o. b. Sterbephasen unterschiedlich durchlebt und wahrgenommen. Nicht jedes Tier durchläuft diese Phasen in Ruhe und Entspanntheit. Auch die Entscheidung nochmal anzukämpfen oder sich hinzugeben fällt einigen Tieren nicht leicht, sie benötigen jetzt dringend unsere Hilfe.

 

So können wir unserem Liebling helfen

 

Viele Haustiere zeigen in der ersten Sterbephase eine hohe Unsicherheit und auch Ängstlichkeit, da es ja hier noch zwischen Hoffnung auf Genesung und dem Ende steht.

Das Tier ist hin und her gerissen und muss sich entscheiden.

Die Entscheidung für das Sterben, eine völlig neue und unbekannte Situation, führt ebenfalls oft zu Aufregung, Ängstlichkeit und Verwirrtheit.

An dieser Stelle sollten wir dem Tier helfen, zu einer inneren Ruhe zu finden und sich dem Unausweichlichen zu ergeben. Kein Todeskampf sondern ein friedliches Entschlafen soll das Ziel sein. Hierfür sind Nähe und Zeit seiner Bezugsperson erforderlich. Unterstützt werden sollte der Prozess durch ein dem Tiertyp entsprechendes Homöopathika, die speziell für jede Sterbephase -ohne zu sedieren- für Entspannung und Beruhigung sorgen.

 

Sprechen Sie uns hierzu rechtzeitig an, damit eine Mittelfindung zeitlich passend stattfinden kann.

Bei aller Traurigkeit so ist es doch angemessen und schön, wenn der eigene Liebling, mit dem man so viele glückliche Jahre verbracht hat, ruhig und ohne Furcht - vielleicht auf dem eigenen Schoss - die Welten wechselt.

 

(quelle: Siegfried Baier/pixelio.de)


Tod und was jetzt?

 

Der sicherlich schönste Ort für den verstorbenen Lieblingist ein Platz im eigenen Garten, den aber jeder nicht hat. Die Beisetzung im eigenen Garten ist auch nicht in allen Bundesländern erlaubt und von der Größe des Tieres abhängig. D.h. zumindest Halter von sehr großen Hunden stehen oft vor dem Problem: "Was ist danach…"

Eine Möglichkeit ist das verstorbene Tier zum Tierarzt zubringen bzw. es da zu belassen. Als Voraussetzung gilt jedoch meist, dass es sich um einen ehemaligen Patienten handelt. 

Für eine Gebühr bzw. Honorar kann man die leblose Hülle vor Ort lassen. Dort werden je nach Aufkommen die toten Tierkadaver von einem hierfür bestellten Unternehmen „entsorgt“, d. h. nach Einsammlung vieler Tierleichen werden sie zentral verbrannt.

Diese Vorstellung, was mit dem Liebling nach dessen Tode passiert, ist für viele Tierfreunde unerträglich. Eine zeitgemäße Alternative bietet die  Tierbestattung mit Beisetzung bei Erdbestattung bzw. Verbrennung in einem besonderen Krematorium (Asche und Urne können mitgenommen werden).

Doch -bei allem Verständnis hinsichtlich Tierliebe und Trauer- der Bogen sollte dabei nicht überspannt werden. Für eine schlichte Beisetzung wird jeder Tierfreund Verständnis haben, insbesondere wenn kein Garten zu Verfügung steht. Allerdings gibt es auch völlig überzogene Angebote, die nicht nur überteuert sondern einfach nur peinlich sind und der eigentlichen Sache sicherlich nicht gerecht werden. 

Mittlerweile gibt es bundesweit seriöse Unternehmen, die für bezahlbare Preise diese Dienstleistungen übernehmen und ordentliche Arbeit leisten.

Bei Interesse und Bedarf können wir Ihnen Unternehmen in Ihrer Nähe nennen, die sich seriös und würdevoll Ihres verstorbenen Lieblings annehmen. 

 


Gedanken zu einem neuen Tier

 

Von den meisten Menschen die ein Tier, verloren haben hört man, dass sie sich nie wieder ein Haustier anschaffen werden, zu groß war der gerade durchlittene Schmerz und die Verzweiflung, so etwas möchte man nie wieder erleben.

Sicherlich ist es richtig, dieser unglücklichen Situation im Nachgang etwas Zeit zu geben, bis die größten Wunden verheilt sind. 

Sie sollten aber auch bedenken, wie viel Freude Sie selbst und das anvertraute Wesen in der Vergangenheit miteinander hatten. Mit Sicherlich haben doch die „schönen Stunden“ überwogen, die man nicht missen möchte und an die man sich immer wieder gerne erinnern wird. 

Ein neues Tier kann Ihnen Ihren alten Liebling nicht ersetzen, es wird Ihnen aber neue Freuden, andere Erlebnisse und sicherlich auch viel Vergnügen bereiten. Bestrafen Sie sich nicht selbst, ein neues Tier wird Ihnen dabei helfen, den erlittenen Verlust zu akzeptieren und wieder Freude zu empfinden.

 

Das beste Mittel gegen Traurigkeit sind wir! (Quelle: links: Verena N./pixelio.de, rechts: Peter Behrens/pixelio.de)


Sollten Sie zum Thema Fragen haben oder eine Beratung wünschen, sprechen Sie uns an.

 

Ihre Tierheilpraxis Materia Medica

 

Kontakt:   

Tierheilpraxis Materia Medica

Thomas Freund

Tierheilpraktiker

 

Werner Hellweg 80

44803 Bochum

Telefon:
Fax:
Mobil:

0234 - 978 359 48
0234 - 978 359 49
0172 - 20 74 273

E-Mail:

tierheilpraxis@materia-medica-bo.de

 

Spechzeiten:

Mo-Di-Mi-Fr

10-13 Uhr
16-20 Uhr

Do 

10-13 Uhr

Sa

10-13 Uhr

Und nach Vereinbarung.

 

Um Wartezeiten zu vermeiden bitten wir um eine telefonische Terminabsprache.

 

Hausbesuche nach Vereinbarung.